Republikanische Spendennetzwerk: Milliardärs-Brüder lassen Trump fallen

Republikanische Spendennetzwerk: Milliardärs-Brüder lassen Trump fallen

, aktualisiert 31. Juli 2016, 15:05 Uhr
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Donald Trump muss aufgrund seines politischen Kurses auf wichtige Helfer verzichten.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Unternehmer Charles und David Koch werden den Wahlkampf Donald Trumps nicht finanziell unterstützen. Die Milliardäre und ihr Spendennetzwerk zählen zu den wichtigsten Geldgeber der Republikaner.

Colorado SpringsRepublikanische Geldgeber um die Milliardäre Charles und David Koch wollen Donald Trump nicht unterstützen. Bei einer Tagung ihres Netzwerks Freedom Partners am Wochenende in einem Luxushotel am Fuß der Rocky Mountains wurde am Sonntag der offizielle Kandidat ihrer Partei namentlich gar nicht erwähnt. Charles Koch sagte aber zum Auftakt, die politischen Führer gäben „furchterregende“ Antworten auf Amerikas Herausforderungen.

Der General Counsel und Vizepräsident von Koch Industries, Mark Holden, wurde deutlicher: „Wir konzentrieren uns auf den Senat.“ Keiner der Präsidentschaftskandidaten der großen Parteien - also Donald Trump und Hillary Clinton - seien mit dem Koch-Netzwek „aus einer Perspektive der Werte, Überzeugungen und Politik“ verbunden.

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Zu dem exklusiven Treffen durften nur jene kommen, die mindestens 100000 Dollar für das Netzwerk spenden, das sich für Bildung und Institutionen engagiert, die sich für weniger Bürokratie und Regulierung einsetzen. Die beiden Großindustriellen haben bisher nicht für Trump gespendet.

Dabei dürfte es nun auch bleiben. Koch kritisierte zu Beginn der Zusammenkunft die aktuelle politische Situation. „In manchen Fällen haben wir nicht wirklich gute Optionen“, sagte er in seinen Auftaktworten.

Charles und David Koch laden seit Jahren immer wieder zu solchen Treffen ein, die bisher fast ausschließlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden. Diesmal ist eine kleine Zahl an Journalisten zugelassen, unter ihnen auch einer von der Nachrichtenagentur AP.


Hunderte Millionen für mehr Einfluss

Neben konservativen Geldgebern werden zu dem dreitägigen Treffen auch mehrere republikanische Politiker erwartet, darunter drei Gouverneure und der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. Bisher haben die Kochs ihre großen Ressourcen im Wahlkampf vor allem darauf verwendet, republikanische Kandidaten für die Neuwahl des Senats zu unterstützen.

Das ambitionierte Netzwerk um die Koch-Brüder hat im vergangenen Jahrzehnt Hunderte Millionen Dollar gegeben, um Einfluss auf die Politik zu nehmen. Ihr Budget soll diesmal bei rund 750 Millionen Dollar (670 Millionen Euro) liegen. Im Jahr 2016 werde kein Cent ausgegeben, um dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten direkt zu helfen, sagte der Vizepräsident von Koch Industries, Mark Holden. Keiner der Kandidaten sei hinsichtlich ihrer Werte und Überzeugungen mit dem Koch-Netzwerk verbunden, sagte er.

Andere Faktoren bei der Entscheidung seien „die Führung eines guten Wahlkampfes“ und das Sprechen über Schlüsselthemen „auf einer positiven, produktiven Weise“ gewesen, so Holden. „Darauf basierend fokussieren wir uns auf den Senat.“ Holdens Angaben zufolge hat der Zusammenschluss bislang 42 Millionen Dollar (rund 37,6 Millionen Euro) für Fernseh- und Online-Werbung von republikanischen Senatskandidaten gegeben.

Trump oder Vertreter seines Wahlkampfteams nehmen nicht an dem Treffen teil - ob der Präsidentschaftskandidat eingeladen war, ist nicht bekannt. Trump twitterte jedoch am Samstag: „Ich habe ein Treffen mit Charles und David Koch abgelehnt. Viel besser für sie, sich mit den Marionetten der Politik zu treffen, die werden es besser machen!“

Quelle:  Handelsblatt Online
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