Rheinland-Pfalz: Dreyer triumphiert, Klöckner geht unter

Rheinland-Pfalz: Dreyer triumphiert, Klöckner geht unter

, aktualisiert 13. März 2016, 19:09 Uhr
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Geschafft: Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, führt die SPD auf Platz 1.

von Nils WischmeyerQuelle:Handelsblatt Online

Das Frauen-Duell um den Wahlsieg hat eine klare Siegerin: Malu Dreyer. Die SPD-Frontfrau hat Julia Klöckner (CDU) abgehängt. Die Grünen erleben ein Debakel, die FDP feiern ein Comeback. Auch die AfD ist erfolgreich.

DüsseldorfDie ersten Hochrechnungen für Rheinland-Pfalz sind eindeutig: Julia Klöckner (CDU), die oft schon als nächste Kanzlerin gehandelt wird, verliert gegen ihre Konkurrentin Malu Dreyer (SPD). Die bisherige Ministerpräsidentin Dreyer holte mit 37,5 Prozent erneut die Mehrheit der Stimmen. Bei der Wahlfeier der Sozialdemokraten brach bei Verkündigung der Ergebnisse frenetischer Jubel aus. Dreyer selbst sagte der ARD, ihre Partei habe bis in die letzte Minute gekämpft und „Ich bin glücklich“. Jetzt wolle sie erstmal feiern. 

Ihre Konkurrentin Klöckner muss sich derweil mit 32,5 Prozent der Stimmen zufrieden geben und verfehlt ihr Wahlziel damit zum zweiten Mal: Bereits 2011 hatte die ehemalige Weinkönigin Klöckner es nicht geschafft, die seit 1993 regierende SPD, abzulösen.

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Ähnlich wie bei der SPD klang es hingegen bei der Wahlparty der AfD. Die Rechtspopulisten um Spitzenkandidat Uwe Junge können sich laut den Prognosen über 11 Prozent freuen. Ebenfalls im Landtag vertreten sind die FDP mit sechs Prozent und die Grünen, die mit 5,5 Prozent deutlich gegenüber ihrem Wahlergebnis von 2011 verloren haben. Damals holte die Ökopartei mehr als 15 Prozent.

Nach den vorliegenden Ergebnissen, reicht es wohl nicht für eine Fortführung der rot-grünen Regierung in Rheinland-Pfalz. Dennoch hat Malu Dreyer mehrere Koalitionsmöglichkeiten. Demnach könnte die SPD unter anderem in eine große Koalition mit der CDU gehen. Eine andere Variante wäre ein Dreierbündnis mit den Grünen und der FDP. Die drei Parteien zeigten sich für beide Varianten offen, endgültige Zusagen wollte aber noch niemand treffen. Als Koalitionspartner ausgeschlossen haben alle Parteien bereits im Vorfeld die rechtspopulistische AfD.

Auf Twitter kommentierte die SPD die aktuellen Prognosen in Rheinland-Pfalz kurz und knapp: Sie postete lediglich ein Foto der aktuellen Prognosen und den Hashtag #Malu2016. SPD-Vizevorsitzender Ralf Stegner lobte in der ARD die Aufholjagd der SPD, die in Umfragen lange hinter Julia Klöckner (CDU) gesehen wurde. In dem aktuellen Ergebnis sieht er „einen klaren Auftrag zur Regierungsbildung“. Julia Klöckner äußerte sich nach den ersten Prognosen via Twitter:

Der Generalsekretär der CDU, Patrick Schnieder sagte ähnliches in einer ARD-Wahlrunde. Man habe das Ziel erreicht, rot-grün abzusetzen, aber: „was wir nicht erreicht haben, ist, dass wir stärkste Partei werden. Insofern scheint ein Glückwunsch an die SPD erst einmal angebracht.“ Das schlechte Abschneiden der CDU sei aber nicht auf einen Distanzierung zu Merkel zurückzuführen, betonte der Generalsekretär.

Quelle:  Handelsblatt Online
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