Robert Mercer: Geldgeber von Trump zieht sich zurück

Robert Mercer: Geldgeber von Trump zieht sich zurück

, aktualisiert 02. November 2017, 22:53 Uhr
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Die Unterstützung von Robert Mercer war für Donald Trump ein wichtiger Bestandteil des Wahlkampfes.

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Mercer tritt als Chef vom 50-Milliarden-Dollar Hedgefonds Renaissance Technologies ab. Anteile an der rechten Mediensite Breitbart News gehen an seine Tochter. Der New Yorker war mitentscheidend für Trumps Wahlsieg.

Der Brief an die Investoren von Renaissance Technologies war kurz. In nur einem Absatz erklärte Robert Mercer seinen Rücktritt als Co-Chef und Mitglied des Verwaltungsrates. Der Hedgefonds ist der mit größte und erfolgreichste in der Branche, verwaltet 50 Milliarden Dollar. Bekannt ist er auch für seine Geheimniskrämerei: Das Geld wird durch Computeralgorithmen angelegt.

Den Grund für seinen Rückzug nannte Mercer in einem internen Memorandum an Mitarbeiter. Die Medienaufmerksamkeit sei zu groß, er wolle „die falschen Informationen, die über mich veröffentlicht wurden, korrigieren“.
Mercer rückte im vergangenen Jahr mit dem Wahlsieg von Donald Trump ins Licht der Öffentlichkeit. Der New Yorker half den Präsidenten im Sommer 2016, sein Wahlkampfteam umzubauen und vermittelte Steve Bannon, der als Chefberater von Trump einige Zeit im Weißen Haus saß. Mercer finanziert auch die Datenfirma Cambridge Analytica, die sich auf die Analyse von Wählern spezialisierte und sie mit geheim gehaltenen, psychologischen Methoden per Sozialnetzwerken und andern Medien zu beeinflussen sucht. Die Firma leistete Trump wichtige Hilfe im Wahlkampf.

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Mercer gehört die rechte Mediensite Breitbart, dessen Chefredakteur und Herausgeber Bannon war. „Ich habe großen Respekt vor Bannon und hin und wieder sprechen wir über Politik“, schrieb Mercer. „Allerdings entscheide ich selbst, wenn ich politisch unterstützte. Das steht nicht immer im Einklang mit Herrn Bannon“.

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Die Republikaner lassen ihren eigenen Präsidenten auflaufen. Das könnte seine Wähler vertreiben – nach links. Die Chance auf einen konservativen Wandel der USA wird vertan.

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Insgesamt spendete Mercer 22,5 Millionen Dollar an Republikaner – so viel wie kein anderer. Beim absoluten Betrag kann ironischerweise nur James Simons mithalten, der aber an die Demokraten stiftete und ein prominenter Unterstützter von Kandidatin Hillary Clinton war. Simons gründete 1982 Renaissance Technologies, zog sich 2009 aus dem aktiven Geschäft zurück, spielt aber als Berater und Chairman weiterhin eine große Rolle in dem Hedgefonds.

Spannungen bei Renaissance Technologies konnten da nicht ausbleiben. Einen großen Streit gab es mit David Magerman, einem führenden Informatiker in der Firma. Magerman stieß sich an Merces Ansichten zur globalen Erwärmung – an die der Milliardär nicht glaubt. Zur Eskalation kam es, als Magerman Mercer beschuldigte, die extrem Rechte in Amerika zu befördern. Mercer kündigte dem Mitarbeiter, der ihn jetzt auf Schadensersatz verklagt.

Mercer meidet die Presse, so gut er kann. Er lebt zurück gezogen in einer Prachtvilla auf Long Island. In einem Turm erstreckt sich über zwei Stockwerke eine Bibliothek mit seltenen Büchern. Im Keller steht eine 2,7 Millionen teure Modelleisenbahn, die auf der Größe eines halben Fußballfeldes die Landschaft vom Bundesstaat New York detailgetreu darstellt. Als er 2014 einen Preis der Association der Computerlinguisten entgegennahm, musste er eine einstündige Rede halten. Nach 10 Minuten trank er einen Schluck Wassermit den Worten: „Jetzt habe ich schon so viel gesprochen wie sonst in einer Woche."

Der Milliardär unterstützte bei den US-Präsidentschaftswahlen erst den Anti-Establishment-Kandidaten Ted Cruz. Als der verlor, wendete er sich dem Gewinner Trump zu. Die Verbindung stellte Mercers Tochter Rebekah her. Die traf im vergangenen Mai die Trump-Tochter Ivanka im Trump Tower zum Mittagessen. Die beiden Töchter freundeten sich an, tauschten Anekdoten über ihre kleinen Kinder und ihre reichen Väter aus – und arbeiteten seitdem eng zusammen.
Die Anteile von der rechten Mediensite Breitbart verkauft Mercer jetzt an Rebekah, „aus privaten Gründen“, wie er im Memo an Mitarbeiter von Renaissance Technologies schreibt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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