Roboter und Recht: Neue Regeln für Gesetzlose

Roboter und Recht: Neue Regeln für Gesetzlose

, aktualisiert 27. April 2017, 10:23 Uhr
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Ein "Ironman" der proportionale Steuerungen vorführt, steht am Stand von Magnetbau Schramme bei der Hannover Messe. Mit einem Aktivierungshandschuh (l) lässt sich das Gerät steuern.

von Jakob StrullerQuelle:Handelsblatt Online

Wenn ein Roboter dieselbe Arbeit macht wie wir, muss er dann auch genauso besteuert werden? Und brauchen wir eines Tages eine Menschenquote für bestimmte Branche und bestimmte Tätigkeiten?

KölnMit dem Vormarsch der Roboter werden Forderungen nach einer Regulierung lauter: Ins Blickfeld von Juristen und Politikern geraten Risiken, die von den maschinellen Helfern ausgehen - von Sicherheitsfragen bis zum Arbeits- und Steuerrecht in neuen Fertigungsumfeldern.

„Gesetze, die geschaffen wurden, um die Rechte von menschlichen Arbeitern zu schützen, werden diesem Anspruch in einigen Fällen nicht länger gerecht"“, sagt Gerlind Wisskirchen, die Autorin einer Studie der internationalen Anwaltsvereinigung IBA. „Es besteht Handlungsbedarf.“

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Die Forscher schlagen einige Möglichkeiten vor, mit der veränderten Lage umzugehen - etwa eine „Menschenquote“ für manche Branchen oder ein Verbot für Roboter, bestimmte Tätigkeiten auszuführen, zum Beispiel Kinderbetreuung. Ein „Made by humans“-Label sei ebenso denkbar.

Auch die gezielte Besteuerung von Unternehmen, die Roboter einsetzen, kommt ins Gespräch - nicht nur bei der IBA. Mit Bill Gates hat diese Idee einen prominenten Fürsprecher.

„Mit Sicherheit wird es Steuern geben, die sich auf Automatisierung beziehen“, sagte der Microsoft-Gründer jüngst. Schließlich werden auch Abgaben auf menschliche Arbeitsleistung erhoben. „Wenn nun ein Roboter kommt und dieselbe Arbeit macht, würde man annehmen, dass wir den Roboter ähnlich besteuern.“


Maschinen müssen die Menschenwürde respektieren

Das Thema hat auch die Politik erreicht: Von einer Steuer wollten die Europaparlamentarier bei einer Abstimmung im Februar zwar nichts wissen, doch es müsse sich etwas ändern. In einer Resolution forderten die Parlamentarier von der EU-Kommission, auf die zunehmende Automatisierung zu reagieren. Demnach solle geklärt werden, wer eigentlich für von Robotern verursachte Schäden hafte, zum Beispiel durch eine Pflichtversicherung.

Auch eine eigene Behörde für Robotik und künstliche Intelligenz schlägt das Parlament vor sowie eine Art Selbstverpflichtung für Roboterhersteller, um sicherzustellen, dass die Maschinen „die Menschenwürde respektieren“.

Die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers geht davon aus, dass bis in die frühen 2030er-Jahre rund 35 Prozent der Jobs in Deutschland durch Automatisierung gefährdet sind.

Quelle:  Handelsblatt Online
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