Robuste Konjunktur: Der Deutsche Aufschwung geht im Sommer weiter

Robuste Konjunktur: Der Deutsche Aufschwung geht im Sommer weiter

, aktualisiert 27. Juli 2017, 13:06 Uhr
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Dank robuster Konjunkturdaten setzt die deutsche Wirtschaft ihren Aufschwung derzeit fort. Auch bei den Verbrauchern ist die Stimmung so gut wie fast seit 16 Jahren nicht mehr.

Quelle:Handelsblatt Online

Dank der robusten Konjunktur ist die Stimmung der deutschen Verbraucher so gut wie seit fast 16 Jahren nicht mehr. Auch die Wirtschaft kann ihren Aufschwung fortsetzen. Experten warnen jedoch vor Rückschlägen.

BerlinDie deutsche Wirtschaft setzt ihren Aufschwung nach Prognose des DIW-Instituts in den Sommermonaten kaum gebremst fort. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im dritten Quartal um 0,5 Prozent wachsen, sagte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag voraus. Zu Jahresbeginn hatte es zu 0,6 Prozent gereicht, Ökonomen zufolge wurde dieses Tempo im Frühjahr gehalten.

„Nach dem kräftigen ersten Halbjahr wächst die deutsche Wirtschaft weiter überdurchschnittlich“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Und auch wenn das Tempo etwas geringer ausfällt als zuvor: Die Kapazitäten bleiben gut ausgelastet.“

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Auch bei den Verbrauchern ist die Stimmung dank der robusten Konjunktur so gut wie seit fast 16 Jahren nicht mehr. Der von den Experten des Marktforschungsinstituts GfK ermittelte Konsumklima-Index für August stieg überraschend um 0,2 auf 10,8 Punkte und damit bereits den vierten Monat in Folge, wie die Nürnberger Marktforscher am Donnerstag mitteilten. Ökonomen hatten einen unveränderten Wert erwartet. Die Konsumenten blicken zuversichtlicher auf die Wirtschaftsentwicklung und bewerten ihre eigene Finanzlage so gut wie noch nie seit der Wiedervereinigung. „Die Stimmung ist ausgesprochen gut“, sagte GfK-Fachmann Rolf Bürkl.

Ähnlich sieht es bei der Industrieproduktion aus. Auch hier dürfte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Monate fortsetzen. Die Stimmung bleibe auch mit Blick auf das Auslandsgeschäft euphorisch, die Zahl der Neuaufträge auf hohem Niveau. Allerdings habe sich die Auftragslage zuletzt kaum noch verbessert, so dass der Schwung in der Industrie etwas gebremst werden dürfte. Trotz der guten Konjunktur müssten die Verbraucher keine kräftigen Preiserhöhungen befürchten, sagte Fichtner: „Auch wenn die Inflation etwas höher ausfallen könnte – ein starkes Anziehen des Preisniveaus ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten“.


„Wirtschaft braucht kontinuierlich neue Arbeitsplätze“

Bei aller Euphorie warnt die GfK auch vor Rückschlägen. „Die kürzlich eröffneten Brexit-Verhandlungen, die im Hinblick auf den Handel unklare Politik der amerikanischen Regierung sowie die sich verschärfende Krise in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei haben sich bislang nicht messbar auf die Konsumstimmung ausgewirkt“, sagte Bürkl. „Sollte es dennoch dazu kommen, könnte dies zu einer Belastung für das Konsumklima werden.“

Die BayernLB macht noch eine weitere Gefahr aus. „Ein Risiko für den Konsumoptimismus würde eine unerwartet stark steigende Inflation darstellen, da diese die Kaufkraft der Verbraucher trotz positiver Arbeitsmarkt- und Lohnsituation unmittelbar einschränkt“, sagte ihr Ökonom Stefan Kipar.

Die 2000 befragten Verbraucher schätzen die Wirtschaftslage in Deutschland derzeit so positiv ein wie seit drei Jahren nicht mehr. „Die Bundesbürger gehen davon aus, dass die heimische Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres sogar noch einen Gang hochschalten kann“, sagte Bürkl. Das Ifo-Geschäftsklima – der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur – erreichte im Juli den dritten Monat in Folge einen Bestwert.

Angesichts der florierenden Konjunktur schätzen die Verbraucher ihre eigenen finanziellen Perspektiven rosig ein. Ihre Einkommenserwartungen erreichten den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. „Basis dieser Einkommenseuphorie ist und bleibt die ausgezeichnete Verfassung des Arbeitsmarktes in Deutschland“, sagte Bürkl.

Derzeit sind so viele Deutsche in Lohn und Brot wie noch nie. Dem Ifo-Institut zufolge ist auch die Einstellungsbereitschaft der deutschen Firmen auf einem Höchststand. „Die starke deutsche Wirtschaft braucht kontinuierlich neue Arbeitskräfte“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Abstriche wollen die Konsumenten dagegen bei größeren Anschaffungen machen. Dieses Barometer gab leicht nach, bleibt aber auf hohem Niveau. „Für den Großteil der Arbeitnehmer ist das Risiko, den Job zu verlieren, sehr gering“, betonte Bürkl. „Dieses Wissen gibt den privaten Haushalten Planungssicherheit für Anschaffungen, gerade wenn sie mit einem hohen finanziellen Risiko verbunden sind.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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