Rolling Stones, Adele, R.E.M.: Musiker verweigern Trump ihre Hymnen

Rolling Stones, Adele, R.E.M.: Musiker verweigern Trump ihre Hymnen

, aktualisiert 05. Mai 2016, 01:35 Uhr
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... aber Trump-Fans sollen ihre Musik nicht zu hören bekommen. Damit reiht sich die Rockband in eine Riege aus Künstlern ein, die den Präsidentschaftskandidaten darum bitten, bei seinen Kampagnen ihre Songs nicht zu verwenden.

von Petrina EngelkeQuelle:Handelsblatt Online

Donald Trump ist ein Musikfan. Das hört jeder, der zu einer seiner Wahlkampfveranstaltungen geht: Opernklänge und Rocksongs schallen bei Trumps Auftritten aus den Lautsprechern. Doch die Musikwelt wehrt sich.

New YorkDie Rolling Stones machen mit einem ihrer Songtitel ernst: "You Can't Always Get What You Want" sagten sie am Mittwoch zu Donald Trump. Eben jenes Lied hatte der neuerdings einzige Präsidentschaftskandidat der Republikaner seit Monaten bei Wahlveranstaltungen gespielt. Eine Erlaubnis der Rolling Stones hatte er dafür allerdings nicht.

Am Dienstag spielte Trump einen weiteren Song der Band: "Start Me Up". Nun protestierten die Musiker. Sie teilten mit, sie hätten Trumps Team aufgefordert, „jegliche Nutzung unverzüglich einzustellen.“ Aus dem Lager des Immobilienmoguls gab es zunächst keine Reaktion. Dort ist man solche Nachrichten längst gewohnt.

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Bereits im Oktober 2015 hatte Steven Tyler über eine Anwältin eine Unterlassungsaufforderung an Trumps Adresse geschickt. Dabei ging es um einen Song seiner Rockband Aerosmith: "Dream On" ist zwar vor lauter Nutzung zu Motivationszwecken schon etwas abgenudelt, aber Donald Trump schien das Lied zu gefallen. Nach der Breitseite aus der Rockröhre twitterte Trump, er müsse sich wohl einen Ersatz suchen.

Als er erfuhr, dass Donald Trump ausgerechnet zu seinem Song "It's The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine)" auf eine Wahlkampfbühne in Washington marschiert war, verlor wiederum Michael Stipe seine Fassung. Im September 2015 machte der Sänger der Band R.E.M. seinem Zorn in einer schriftlichen Erklärung Luft. "Benutzen Sie unsere Musik nicht für Ihre debile Farce von einer Kampagne" gehörte dabei noch zu den harmloseren Formulierungen.

Die Erklärung sollte der Bassist der Band, Mike Mills, auf Twitter verbreiten. Er versah sie mit dem Hinweis, das seien nicht seine Worte – und man möge fiese Antworten bitte nicht an ihn richten.

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Musikern, die dagegen vorgehen, dass Trump ihre Lieder spielt. Dazu zählen Adele und Neil Young, die sich ebenso wie Aerosmith gegen Trump durchgesetzt haben. Mindestens einen musikalischen Befürworter gibt es allerdings auch: Waffennarr und NRA-Vorstandsmitglied Ted Nugent findet Donald Trump toll. Wie der wiederum dessen Musik findet, ist unbekannt.

Ärger zwischen Musikern und Präsidentschaftskandidaten ist in den USA indessen nichts Neues. Bereits 1984 beschwerte sich Bruce Springsteen darüber, dass jemand seinen Song "Born In The USA" bei Wahlkampfveranstaltungen benutzte. Die Wahl gewann dieser Kandidat trotzdem. Es war Ronald Reagan.

Quelle:  Handelsblatt Online
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