Rückforderung: Deutsche Bank will Boni von Jain und Co.

Rückforderung: Deutsche Bank will Boni von Jain und Co.

, aktualisiert 17. November 2016, 00:04 Uhr
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Laut einem Medienbericht stehen neben Anshu Jain auch Jürgen Fitschen, Ex-Vorstandschef Josef Ackermann und weitere Top-Manager auf der Forderungsliste der Deutschen Bank.

Quelle:Handelsblatt Online

Einem Medienbericht zufolge fordert die Deutsche Bank Millionenbeträge von ehemaligen Vorständen zurück. Unter anderem sollen die Ex-Chefs Anshu Jain, Jürgen Fitschen und Josef Ackermann zahlen.

In den Jahren bis zur Finanzkrise war Anshu Jain ein Star bei der Deutschen Bank. Als Experte für festverzinsliche Wertpapiere hatte sich der Brite mit indischen Wurzeln einen Namen gemacht und war zum Chef der Investmentbank aufgestiegen. Jährlich strich er Millionenbeträge ein, denn er brachte dem Kreditinstitut Profite in Milliardenhöhe in Haus.

Doch viele Praktiken in den Handelssälen entpuppten sich später als fragwürdig, teilweise hatten sie hohe Strafen zur Folge - wie etwa verbotene Preisabsprachen mit anderen Banken zum wichtigen Libor-Zinssatz. Sein Wirken bei der Bank wird zunehmend kritisch betrachtet.

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Schließlich belasten die Rechtsstreitigkeiten wegen umstrittener Geschäfte aus Jains aktiver Zeit die Bank immer noch. Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) zufolge will das Geldhaus daher jetzt einen zweistelligen Millionenbetrag von Jain fordern, wie sie mit Berufung auf Finanzkrise berichtet.

Die Vergütungsverträge für Bankvorstände sind seit der Finanzkrise immer wieder überarbeitet worden und enthalten sogenannten „Clawback“- oder Malus-Klauseln. Sie bewirken, dass über viele Jahre gestreckte Bonusausschüttungen eingefroren beziehungsweise zurückgefordert werden können. Laut SZ prüft die Bank, noch nicht fällig gewordene Bonuszahlungen einzubehalten sowie auch bereits zugesagte Millionen zurückzufordern.

„Anwartschaften [auf Boni] können ganz oder teilweise verfallen, zum Beispiel bei individuellem Fehlverhalten (unter anderem bei Verstoß gegen Regularien) oder (...) auch bei einem negativen Ergebnis des Konzerns oder individuellen negativen Erfolgsbeiträgen“, heißt es dazu im Vergütungsbericht der Bank für das Jahr 2015.

Außer Jain, der von 2012 bis 2015 als Co-Chef die Bank leitete, stünden auch seine Amtskollegen Jürgen Fitschen, Ex-Vorstandschef Josef Ackermann (2002 bis 2012) und eine Reihe weiterer Top-Manager auf der Forderungsliste.

Der Konflikt zwischen der aktuellen und der früheren Konzernführung ist bekannt. So hatte der Sprecher des amtierenden Chefs John Cryan in einer Fernsehsendung im Oktober gesagt, dass Ackermann während seiner Zeit als Chef „nicht tief getaucht“ sei und das Unternehmen eher wie ein Aufsichtsratschef geführt habe. Auch Fitschen und Jain hatten immer wieder versucht, die Schuld für die miserablen Jahre der Bank Ackermann anzulasten.

Mittlerweile stehen also zwei Manager-Generationen im internen Kreuzfeuer. Rückforderungen hat die Bank dem Bericht zufolge auch gegenüber den ehemaligen Vorständen Hermann-Josef Lamberti, Michael Cohrs und Hugo Bänziger. Bei Jain sollen laut SZ noch 5,3 Millionen Euro an Boni einbehalten sein, bei Ackermann 3,5 Millionen Euro. Dazu kämen zugesprochene, aber noch nicht ausgezahlte Prämien.

Für das Jahr 2012 hatte Jain auf zwei Millionen Euro an Boni verzichtet, um insgesamt nicht mehr zu verdienen als Jürgen Fitschen, mit dem er damals gemeinsam an die Spitze der Bank getreten war

Der mittlerweile größtenteils von Vorstandschef Cryan neu besetzte Vorstand hatte nach einem Milliardenverlust des Unternehmens auf Boni für das Jahr 2015 verzichtet. Auch bei weiterhin schlechten Ergebnissen, sei die Führung zu Bonus-Einbußen bereit, hatte Privatkunden-Vorstand Christian Sewing im August gesagt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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