Russischer Energieriese: Chinesen steigen bei Rosneft ein

Russischer Energieriese: Chinesen steigen bei Rosneft ein

, aktualisiert 27. September 2017, 14:09 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

China will den Einstieg des heimischen Energiekonzerns CEFC beim russischen Ölriesen Rosneft durchwinken. Die mehr als neun Milliarden Dollar schwere Investition dürfte so auch staatlich gestützt sein.

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Der russische Ölkonzern ist aktuell aufgrund von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder diskutiert worden. Der ehemalige Regierungschef steht kurz vor der Wahl in den Aufsichtsrat.

Peking/HongkongKurz vor der geplanten Wahl von Ex-Kanzler Gerhard Schröder in den Aufsichtsrat des russischen Ölriesen Rosneft hat Chinas Regierung Insidern zufolge den Einstieg des heimischen Energiekonzerns CEFC als Großaktionär abgenickt. Die vorläufige staatliche Genehmigung für die geplante mehr als neun Milliarden Dollar schwere Auslandsinvestition sei bereits eine Woche nach Ankündigung der Pläne erfolgt, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Damit sei wohl auch von einem staatlichen Rückhalt bei der Finanzierung des Deals auszugehen. Mit der Beteiligung an Rosneft baut China als weltgrößter Käufer von Rohöl und Energieverbraucher seine Kooperation mit dem weltweit größten Ölproduzenten aus.

Das private Konglomerat CEFC China Energy hatte in diesem Monat mitgeteilt, einen Anteil von 14,16 Prozent an Rosneft von einem Konsortium bestehend aus dem Rohstoffkonzern Glencore und dem Staatsfonds Katars erwerben zu wollen. Nach der vorläufigen Zusage werde nun auch die endgültige Genehmigung erwartet. Die chinesische Wirtschaftsplanungsbehörde NDRC und der Konzern CNCF äußerten sich zunächst nicht. Die kommunistische Staatsführung in Peking hat zuletzt verstärkt Auslandsinvestitionen chinesischer Unternehmen unter die Lupe genommen, um den Abfluss heimischen Kapitals einzudämmen.

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Der chinesische Energiekonzern hat sich in den vergangenen Jahren von einem Nischen-Ölhändler zu einem 25-Milliarden-Dollar schweren Energie- und Finanzriesen mit engen Verbindungen zur Regierung entwickelt. Unterdessen hält Ex-Kanzler Schröder ungeachtet massiver Kritik an seinem Plan fest, einen Posten im Rosneft-Aufsichtsrat zu übernehmen. Früheren Angaben der Nachrichtenagentur Interfax zufolge soll der neue Rosneft-Verwaltungsrat auf einer Aktionärsversammlung an diesem Freitag gewählt werden. Russland ist mit 50 Prozent plus einer Aktie der Mehrheitsaktionär an Rosneft. Rosneft unterliegt Sanktionen der Europäischen Union wegen der russischen Annexion der ukrainischen Krim-Halbinsel.

Quelle:  Handelsblatt Online
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