Russland: Notenbank senkt Leitzinsen deutlich

Russland: Notenbank senkt Leitzinsen deutlich

, aktualisiert 28. April 2017, 14:10 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die Notenbank in Russland hat den Zinssatz deutlich gesenkt. Grund dafür sind aus Sicht der Währungshüter die aktuell günstigen Bedingungen. Inflation und Wirtschaftswachstum seien aktuell auf dem richtigen Kurs.

MoskauDie russische Notenbank hat die Zinsen angesichts schwindender Inflationsgefahren überraschend deutlich gesenkt. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Finanzinstitute mit Geld wurde am Freitag von 9,75 auf 9,25 Prozent gekappt. Notenbankchefin Elvira Nabiullina hatte die Märkte bereits mit entsprechenden Signalen auf eine Lockerung vorbereitet. Die Bedingungen dafür sind aus Sicht der Notenbank günstig: Die Inflationsrate lag zuletzt bei 4,3 Prozent und damit nahe Zielmarke der Notenbank von vier Prozent, die gegen Jahresende erreicht werden soll. Die Währungshüter hatten den Leitzins im März bereits um einen viertel Prozentpunkt gesenkt.

Sowohl Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin als auch die Zentralbank rechnen mit weiteren Zinssenkungen in diesem Jahr. Sie bleibe dabei, die Geldpolitik im zweiten und dritten Quartal zu lockern, erklärte die Notenbank. Die Währungshüter erwarten zudem eine fortschreitende wirtschaftliche Erholung mit einem Wachstum in diesem Jahr von 1,0 bis 1,5 Prozent. Der Wirtschaft setzen die westlichen Sanktionen im Ukraine-Konflikt und die niedrigen Ölpreise zwar weiter zu.

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Letztere haben in den vergangenen Monaten jedoch wieder angezogen. Erdöl und Erdgas sind die wichtigsten Exportgüter des Landes. Bremsen dürften das Wachstum dagegen die Wirtschaftssanktionen. Diese dürften noch eine Weile bestehen bleiben. Eine Verlängerung scheine weit weniger problematisch zu werden als erwartet, sagte ein EU-Diplomat. Die EU wirft Russland vor, prorussische Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Die Regierung in Moskau bestreitet, die dortigen Gruppen zu bewaffnen. In dem Konflikt sind mittlerweile mehr als 10.000 Menschen getötet worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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