Sal. Oppenheim: Schickedanz´ Milliarden-Klage geht in die nächste Runde

Sal. Oppenheim: Schickedanz´ Milliarden-Klage geht in die nächste Runde

, aktualisiert 13. Juni 2016, 08:45 Uhr
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Schickedanz wirft der Sal. Oppenheim und ihrem ehemaligen Berater Esch vor, sie hintergangen zu haben.

von Volker Votsmeier Quelle:Handelsblatt Online

Die 1,9-Milliarden Euro-Klage von Madeleine Schickedanz wird heute vor Gericht fortgesetzt. Die Quelle-Erbin will von ihrer früheren Bank Sal. Oppenheim und ihren Ex-Beratern Schadensersatz.

KölnDie Hoffnungen auf eine außergerichtliche Einigung zwischen Madeleine Schickedanz und der Bank Sal. Oppenheim haben sich nicht erfüllt. Am Montag treffen sich die Anwälte der Quelle-Erbin und der Bank deshalb vor dem Landgericht Köln. Schickedanz hatte 2012 nach massiven Verlusten Sal. Oppenheim wegen angeblicher Täuschung und Falschberatung auf 1,9 Milliarden Euro verklagt. Auch der Immobilienunternehmer Josef Esch und prominente Personen aus dem Umfeld der Bank spielen in dem Streit wichtige Rollen.

Schickedanz wirft der Sal. Oppenheim und ihrem ehemaligen Berater Esch vor, sie hintergangen zu haben. Außerdem klagt sie gegen die ehemals persönlich haftenden Gesellschafter Matthias Graf von Krockow, Christopher Freiherr von Oppenheim, Dieter Pfundt und Friedrich Carl Janssen sowie andere ehemalige Gesellschafter von Sal. Oppenheim. Die traditionsreiche Privatbank gehört seit 2009 zur Deutschen Bank.
Schickedanz trägt in ihrer Klage vor, ihre Berater hätten sich mehrfach dazu gedrängt, größere Aktienpakete des Handelskonzerns Arcandor zu kaufen. Die Käufe wurden auch getätigt, zu großen Teilen mit geliehenem Geld. Das Darlehensvolumen summierte sich auf mehr als 720 Millionen Euro. Dann fiel Arcandor in eine Existenzkrise, die einstige Milliardärin erlitt immense Verluste. Schickedanz musste schließlich sogar mit ihrem eigenen Vermögen für die Kredite bürgen. Die Insolvenz von Arcandor zwang sie, Teile ihres Privatbesitzes zu veräußern.
In ihrer Klage wirft Schickedanz ihren früheren Bank- und Vermögensberatern vor, diese hätten sie getäuscht und für ihre eigenen Zwecke eingespannt. Schickedanz‘ Verluste seien auf schwere Beratungsfehler zurückzuführen. Die Beklagten bestreiten das – und verlangen ihrerseits, dass Schickedanz ihre Kredite mit einem Volumen von insgesamt 580 Millionen Euro bedient.

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Im Frühjahr schien sich ein Kompromiss anzudeuten. Der für den 26. April angesetzte Termin war mit Hinweis auf einen möglichen außergerichtlichen Vergleich auf den 13. Juni verschoben worden. Doch ein Durchbruch gelang nicht. Auch der als Schlichter eingeschaltete Investor Clemens Vedder konnte keine Einigung herbeiführen. Mit dem Komplex vertraute Personen berichten aber, dass die Verhandlungen trotz Fortsetzung des Prozesses andauern.

Quelle:  Handelsblatt Online
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