Schneller schlau: Auch Spinnen kennen den Veggieday

Schneller schlau: Auch Spinnen kennen den Veggieday

, aktualisiert 15. März 2016, 15:50 Uhr
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Spinnen stellen nicht nur tierischer Beute nach. Auch pflanzliche Kost steht auf dem Speisezettel mancher Arten.

von Thomas TröschQuelle:Handelsblatt Online

Wer sagt denn, dass sich Spinnen nur von Fleisch ernähren? Auch bei den Achtbeinern steht manchmal Grünzeug auf dem Speiseplan. Bei der „Jagd“ auf Pflanzen hilft ihnen mitunter ihr räuberischer Instinkt.

Wir kennen Spinnen vor allem als effektive Jäger, die in ihren oft kunstvoll gewebten Netzen geduldig auf Beute lauern. Hat sich ein unvorsichtiges Insekt in der Todesfalle verfangen, eilt die Baumeisterin rasch hinzu, um ihr Opfer entweder gleich zu verspeisen oder für späteren Verzehr erst einmal einzuwickeln.

Dass für die Achtbeiner neben Fleisch auch öfter mal Gemüse auf dem Speisezettel steht, ist dagegen weniger bekannt. Dabei ist diese Art der Ernährung im Spinnenreich gar nicht so selten, wie Forscher um Martin Nyffeler von der Universität Basel herausgefunden haben.

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Reine Vegetarier gibt es im Spinnenreich zwar nicht, selbst die tropische Springspinne Bagheera kiplingi, die sich nahezu ausschließlich von Pflanzen ernährt, gönnt sich hin und wieder ein paar Ameisenlarven. Doch die Gruppe der Teilzeit-Vegetarier unter den Achtbeinern ist erstaunlich groß: Nach Auswertung entsprechender Berichte konnten die Forscher mehr als 60 Spinnenarten identifizieren, die sich hin und wieder an Grünzeug laben.

Auf dem Speisezettel steht dabei so ziemlich alles, was aus dem Boden sprießt: Bäume, Blumen, Gräser, Farne. Und auch bei der Auswahl der Pflanzenteile sind die Tiere nicht allzu wählerisch: Blätter und Samen werden ebenso gern verzehrt wie Pollen, Nektar oder Pflanzensaft. Selbst Pilzsporen verschmähten die Tiere bei entsprechenden Laborversuchen nicht.


Tierische Bewacher getäuscht

Welchen Nutzen die Spinnen aus der pflanzlichen Kost ziehen, ist noch nicht ganz klar. Möglicherweise versorgen sich die Tiere so mit Nährstoffen, die ihnen ihre tierische Beute nicht liefern kann. Denkbar wäre auch, dass die Pflanzenkost den Spinnen einfach über Phasen hinweghilft, in denen sie weniger Jagdglück haben.

Ihrer Fähigkeit, Insekten zu übertölpeln, hilft manchen Spinnen übrigens auch bei der „Jagd“ auf Pflanzen, wie noch einmal das Beispiel Bagheera kiplingi zeigt. Sie muss sich, um an ihre Leibspeise – besonders nährstoffreiche Teile von Akazien – zu kommen, regelmäßig mit Heerscharen von Ameisen herumschlagen.

Die Insekten werden von der Pflanze mit Nährstoffen versorgt und sollen sie im Gegenzug gegen Fressfeinde schützen. Das funktioniert meist gut, nur die Spinne hat eine wirksame Gegenstrategie entwickelt: Sie ahmt typische Bewegungsmuster von Ameisen nach und kann die tierischen Bewacher auf die Weise oft täuschen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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