Schneller schlau: Monsterfloh quälte Riesenechsen

Schneller schlau: Monsterfloh quälte Riesenechsen

, aktualisiert 12. Januar 2017, 09:50 Uhr
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Dieser versteinerte Blutsauger plagte wohl einst die Dinosaurier. (Foto: Diying Huang/Nature)

von Thomas TröschQuelle:Handelsblatt Online

Um die riesigen Dinosaurier erfolgreich piesacken zu können, mussten auch Parasiten wie der Floh zu echten Riesen werden. Abgesehen von der Größe waren die urzeitlichen Plagegeister aber erstaunlich modern.

Wer zu gigantischer Größe heranwächst, muss wohl damit leben, dass er auch von riesigen Parasiten gequält wird. Diese Erfahrung dürften vor über 100 Millionen Jahren etliche Dinosaurier-Arten gemacht haben: Sie mussten mit einem Blutsauger fertig werden, dessen Dimensionen die seiner heutigen Nachfahren um ein Vielfaches übertrafen.

Gemeint ist der Floh, der es heute auf 1,5 bis etwa 5 Millimeter Körpergröße bringt – je nachdem, um welche der rund 2400 Floh-Arten es sich handelt. Vor 165 Millionen Jahren konnte es ein solcher Parasit über zwei Zentimeter groß werden, wie Fossilien aus China belegen.

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Fossile Überreste von kleineren Lebewesen überdauern selten, weil der Druck während der Versteinerung normalerweise den Körper zerstört. Entsprechend groß war das Aufsehen, das die Untersuchungen von Diying Huang von der chinesischen Akademie der Wissenschaften vor einigen Jahren in der Fachwelt erregte. Insgesamt neun urzeitliche Floh-Spezies präsentierte der Wissenschaftler, darunter auch das „Monster“ mit dem oben erwähnten Gardemaß.

Abgesehen von der Größe erwiesen sich der Flohgigant und seine Zeitgenossen als erstaunlich modern. Sie verfügten in etwa über die gleiche körperliche Ausstattung wie ihre heutigen Nachfahren. Das gilt vor allem für das urzeitliche Stechwerkzeug, wobei der lange Saugrüssel dafür sorgte, dass sich die Parasiten ihre Blutmahlzeit auch bei Dickhäutern wie den Dinosauriern holen konnten. Auch die abgeplattete Körperform, die eine bessere Fortbewegung zwischen den Haaren des befallenen Wirtes ermöglicht, war seinerzeit bereits ausgeprägt.

Nur in Sachen Sprungvermögen könnten die Urzeit-Flöhe wohl nicht mit den heutigen Vertretern konkurrieren. Dafür waren ihre Beinchen aber hervorragend angepasst, um sich auch zwischen Federn gut fortbewegen zu können. Da es vor 165 Millionen Jahren noch keine Vögel gab, spricht auch dieser Umstand dafür, dass die Monster-Flöhe vor allem auf Dinosauriern lebten: Viele der Riesenechsen, das haben Fossilienfunde inzwischen bestätigt, schützten sich vor Kälte mit einem dichten Federkleid.

Quelle:  Handelsblatt Online
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