Schneller schlau: Über Höllenfeuer gegrillt

Schneller schlau: Über Höllenfeuer gegrillt

, aktualisiert 23. Februar 2017, 14:53 Uhr
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Im Lava Project der Syracuse University werden die unterschiedlichen Erscheinungsformen des gluflüssigen Gesteins erforscht.

Quelle:Handelsblatt Online

Für ein gegrilltes Steak tun manche Männer die merkwürdigsten Dinge: Vermummt wie ein Stahlkocher am Hochofen, stellen sie sich vor eine Koch-Konstruktion Marke Eigenbau und lassen ein bisschen Lava fließen.

Nein, hier geht es nicht ums Grillen mit Lava-Steinen. Über diese harmlose Spielart der Fleischzubereitung können die Verantwortlichen des Lava Project der Syracuse University im US-Bundesstaat New York nur müde lächeln. Sie lassen ihre Steaks und Würstchen von einer der urtümlichsten Naturkräfte garen: Lava, die normalerweise von Vulkanen mit Urgewalt aus den Tiefen der Erde emporgeschleudert wird.

Die Zutaten für das Höllenfeuer-Barbecue: eine feuerfeste Rinne, darüber ein Grillrost und für den Grillmeister ein Dress ähnlich dem eines Stahlkochers am Hochofen. Dazu Fleisch und Würstchen – sowie natürlich Lava. Weil man die nicht so einfach am nächsten Kraterrand in Flaschen schöpfen kann, stellten die Hobby-Köche sie selbst her. Alles weitere – auch das verdächtig dunkle Ergebnis der Grillbemühungen – entnehmen Sie bitte dem beigefügten Video.

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Solch kuriose Grill-Partys zu veranstalten, ist allerdings nicht der eigentliche Zweck des Lava Project. Das von dem Geologen Jeff Karson initiierte Projekt soll unter anderem zu einem besseren Verständnis vulkanischer Prozesse beitragen, indem es die unterschiedlichen Erscheinungsformen von glutflüssigem Gestein erforscht. Denn Lava ist nicht gleich Lava: Je nachdem, wie hoch der Anteil an Gasen im Gesteinsbrei ist, kann sie zähflüssig-langsam oder so schnell wie ein Sturzbach aus dem Boden strömen.

Um die Lava-Arten und ihre unterschiedlichen Fließszenarien in der Natur zu kopieren, haben die US-Forscher verschiedene Techniken zum Schmelzen von Gestein entwickelt. Ausgangsmaterial ist in fast allen Fällen uraltes Basaltgestein, das bei Temperaturen um 1200 Grad Celsius aufgeschmolzen wird. Mit ihren Instrumenten sind die Lavaforscher in der Lage, sowohl kurzzeitige Gesteinsströme (zum Beispiel für ein Barbecue) als auch Lavaflüsse über mehrere Stunden hinweg zu generieren.

Doch Lavaflüsse sind nicht nur naturwissenschaftlich erforschbare Phänomene, sie können auch unser ästhetisches Empfinden ansprechen. Für diese Seite des Lava Project ist der Künstler Bob Wysocki zuständig, auch er Professor an der Syracuse University. Mit seinen Performances und einer Iceland Lava Show macht er die schaurig-schönen Aspekte des flüssigen Feuers erfahrbar.

Quelle:  Handelsblatt Online
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