Schneller schlau: Wo Edelsteine vom Himmel regnen könnten

Schneller schlau: Wo Edelsteine vom Himmel regnen könnten

, aktualisiert 14. Dezember 2016, 12:23 Uhr
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Die Illustration zeigt den fernen Exoplaneten, dessen Wolken von mächtigen Stürmen getrieben werden. (Foto: University of Warwick/Mark Garlick)

von Thomas TröschQuelle:Handelsblatt Online

Ein 1000 Lichtjahre entfernter Planet lässt Astronomen staunen – zum Beispiel, weil seine mächtigen Wolken aus dem Grundstoff von Rubinen und Saphiren bestehen. Doch HAT-P-7b hat noch mehr Ungewöhnliches zu bieten.

HAT-P-7b gehört zu den planetaren Schwergewichten: Der gut 1000 Lichtjahre entfernte Exoplanet ist 500-mal massereicher als die Erde und 40 Prozent größer als Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems.

Vergleichbare Werte kennen Planetenforscher allerdings auch von anderen fernen Welten. Bislang beispiellos ist dagegen, was sich in der Atmosphäre des Gasgiganten abspielt, wo extreme Winde riesige Wolken um den Planeten jagen. Denn diese Wolken haben es buchstäblich in sich.

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Wie Wissenschaftler der Universität Warwick jetzt herausfanden, bestehen sie aus Korund, einem Mineral aus der Klasse der Oxide. Auf der Erde kennen wir es vor allem in seiner wertvollsten Form: als Rubine oder Saphire, je nachdem, ob dem Korund Chrom oder Eisen beigemengt ist. Würden die Wolken von HAT-P-7b wie auf der Erde ihre Schleusen öffnen, könnte also ein sehr edler Regen auf dem Planeten niedergehen.

Mehr als diese Kuriosität interessierte die Forscher allerdings die Dynamik der Windbewegung auf HAT-P-7b. Mit Hilfe des Kepler-Teleskops konnten sie das Licht analysieren, das von der Wolkendecke des Planeten reflektiert wird. Vor allem ein sehr heller Fleck erregte das ihr Interesse: Er veränderte immer wieder seine Position, was die Forscher als Auswirkung extremer Stürme interpretieren.


Starke Winde durch extreme Temperaturen

Motor dieser heftigen Winde sind starke Temperaturunterschiede. „HAT-P-7b hat eine gebundene Rotation, er zeigt seiner Sonne also immer die gleiche Seite“, erläutert David Armstrong, Leiter der Untersuchung. Die Strahlung seines Zentralgestirns, das etwa doppelt so groß ist wie unsere Sonne, heizt diese Seite auf über 2500 Grad Celsius auf, während es auf der ewigen Nachtseite des Planeten „nur“ etwa 1900 Grad heiß ist.

Die Forscher vermuten, dass die Edelsteinwolken auf der dunklen Seite des Planeten entstehen und dann von den Stürmen auf die Tagseite getrieben werden, wo sie sich rasch wieder auflösen. Ein Wettergeschehen, das dem auf der Erde gar nicht so unähnlich ist, auch wenn auf unserem Planeten wesentlich moderatere Windgeschwindigkeiten auftreten.

„Die Winde auf HAT-P-7b ändern sich dramatisch“, so David Armstrong. „Das führt zur Entstehung mächtiger Wolkengebilde, die dann wieder vergehen. Das ist das erste Mal, dass wir dieses Wettergeschehen auf einem gigantischen Gasplanten außerhalb des Sonnensystems nachweisen können.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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