Schweizer Geldpolitik: SNB-Chef will Franken mit Euro-Käufen schwächen

Schweizer Geldpolitik: SNB-Chef will Franken mit Euro-Käufen schwächen

, aktualisiert 02. Mai 2016, 19:25 Uhr
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Der Chef der Schweizerischen Nationalbank hält den Franken für überbewertet.

Quelle:Handelsblatt Online

Vor einem Jahr hat die SND den Euro-Mindestkurs von 1,20 aufgegeben. Der darauffolgende sprunghafte Anstieg der Landeswährung macht der Wirtschaft noch immer zu schaffen. Euro-Stützungskäufe sollen Abhilfe schaffen.

LuzernDer Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat die Bereitschaft der Währungshüter bekräftigt, den Franken mit Euro-Käufen am Devisenmarkt zu schwächen. „Negativzins und Devisenmarktinterventionen sollen den Druck auf den Franken verringern“, sagte SNB-Chef Thomas Jordan am Montag bei einer Veranstaltung in Luzern laut Redetext. „Damit hilft die Nationalbank, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen. Die SNB trägt somit der Wechselkurssituation bei der Gestaltung ihrer Geldpolitik weiterhin Rechnung.“ Der Franken sei insgesamt nach wie vor deutlich überbewertet, erklärte Jordan.

Er hob die große wirtschaftliche Bedeutung der EU und des Euro für die Schweiz hervor: Rund 44 Prozent der Ausfuhren gingen in Euro-Zone, bei den Einfuhren sei der Anteil noch größer. „Daher ist natürlich auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Schweiz von speziellem Interesse“, sagte der Notenbankchef.

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Die SNB hatte Anfang 2015 den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben, mit dem sie mehr als drei Jahre lang die Aufwertung der Landeswährung eingedämmt hatte. Der darauffolgende sprunghafte Anstieg des Franken macht der exportorientierten Wirtschaft zu schaffen, weil sich Schweizer Waren im Ausland praktisch über Nacht merklich verteuerten. Auch Touristen aus Europa blieben aus.

Jordan und seine beiden SNB-Direktoriumsmitglieder stemmen sich seither mit Negativzinsen und Euro-Stützungskäufen gegen eine Franken-Aufwertung. Beide Maßnahmen haben den Zweck, die Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze zu mildern, erklärte Jordan. Am Montag wurden für die Gemeinschaftswährung 1,0995 Franken bezahlt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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