Sieg für Clinton bei US-Vorwahlen: Hillary Clinton schreibt Geschichte

Sieg für Clinton bei US-Vorwahlen: Hillary Clinton schreibt Geschichte

, aktualisiert 08. Juni 2016, 07:49 Uhr
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„Zum ersten Mal in der Geschichte ist eine Frau Kandidatin einer der großen Parteien“, rief die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten Hillary Clinton unter dem Jubel ihrer Anhänger am Dienstagabend.

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

Die ehemalige First Lady hat es geschafft: Sie wird gegen Donald Trump um den Einzug ins Weiße Haus kämpfen. Bernie Sanders indes kann entscheiden, wer gewinnt.

Die Nationalhymne war verklungen, und die Kandidatin nahm sich ein paar Minuten Zeit, bevor sie den zum Bersten gefüllten Saal im New Yorker Stadtteil Brooklyn betrat. Händeschüttelnd arbeitete sie sich zum Rednerpult vor und strahlte mit den Scheinwerfern um die Wette. Hillary Clinton, Kandidatin der demokratischen Partei für das Amt des 45. Präsidenten der USA, feiert ihren Sieg.

„Zum ersten Mal in der Geschichte ist eine Frau Kandidatin einer der großen Parteien“, rief sie unter dem Jubel ihrer Anhänger am Dienstagabend. Es hat acht Jahre länger gedauert als sie es gedacht hat.

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2008 hatte sie es zum ersten Mal versucht und war gescheitert. Aber jetzt sei der unsichtbare „Glasdeckel aus Sexismus“ fast zersprungen, der sie damals noch daran gehindert hatte um das höchste Staatsamt der USA, die Präsidentschaft, zu kandidieren. Jetzt will sie Donald Trump besiegen und endgültig die unsichtbare Barriere durchbrechen.

Hillary Clinton

  • Lebenslauf

    Hillary Clinton ist die Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und war während dessen Amtszeit in den 1990er Jahren die First Lady der USA. In dieser Zeit kümmerte sie sich um die Gesundheitsreform der Regierung, die aber letztlich scheiterte. Sie durchlitt während dieser Zeit die Affäre ihres Mannes mit der Praktikantin Monica Lewinsky und das deshalb eingeleitete Amtsenthebungsverfahren. Im Jahr 2000 errang sie einen Senatssitz für New York. 2008 bewarb sie sich schon einmal um die Präsidentschaftsnominierung der Demokraten, unterlag aber dem heutigen Präsidenten Barack Obama in den Vorwahlen. 2009 bis 2013 war sie unter Obama US-Außenministerin.

    Quelle: AP

Es war ihre Nacht. Nach vorläufigen Auswertungen hat sie New Jersey, New Mexico, Montana und South Dakota teilweise sehr deutlich gewonnen. Nach ganz frühen Zahlen der Nachrichtenagentur AP setzte sie sich auch im Prestigestaat Kalifornien durch, eine feste Bank, auf die Rivale Bernie Sanders gesetzt hatte, um das Ruder noch einmal herumzureißen. Nur North Dakota ging demzufolge an den Senator aus Vermont. Das ist nicht mehr als ein Trostpreis und reicht kaum noch für einen würdevollen Abgang. „The Bern“ ist erloschen.

Sanders hat keinen „Superdelegierten“ auf seiner Seite

Wird Sanders nun seinen Rückzug am Donnerstag verkünden? Oder trotzig weitermachen? Es ist alles offen. Unmittelbar nach Clintons Siegesrede verschickte sein Wahlkampfteam laut TheHill.com Einladungen für eine Veranstaltung in Washington, D.C. am Donnerstag. Dort werden am 14 Juni noch eine Handvoll Delegierte vergeben.

Soviel ist klar: Der 74-Jährige, der Clinton nach dem heutigen Delegiertenstand nicht mehr einholen kann, würde spätestens beim Parteitag im Juli untergehen. Bislang hat er es nicht geschafft, nur einen der fast 550 „Superdelegierten“, die an keine Weisungen bei der Stimmabgabe gebunden sind, auf seine Seite zu ziehen.

Nicht die leichteste Absetzbewegung war zu erkennen. Dass sie jetzt noch kommt, nachdem Clinton endgültig mehr Wählerstimmen und mehr Delegierte hat, ist mehr als unwahrscheinlich. Letztlich, das hat der Dienstag gezeigt, müsste Sanders von den „Superdelegierten“ genau das verlangen, was er ihnen im Falle Clinton indirekt vorwirft: Den Wählerwillen zu beugen.

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