Sinkende Fleischpreise: Umsatz des Schlachtbetriebs Tönnies stagniert

Sinkende Fleischpreise: Umsatz des Schlachtbetriebs Tönnies stagniert

, aktualisiert 04. April 2016, 20:54 Uhr
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18,2 Millionen Schweine wurden 2015 im Schlachtbetrieb Tönnies geschlachtet. Das ist ein Plus von mehr als sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutschlands führender Schlachtbetrieb tritt beim Umsatz auf der Stelle. Das Familienunternehmen Tönnies legt auf dem Schweinemarkt nur durch Übernahmen zu. Der Grund: Die Preise fallen.

Rheda-WiedenbrückSinkende Schweinepreise lassen den Umsatz bei Deutschlands größtem Fleischunternehmen Tönnies stagnieren. Im Geschäftsjahr 2015 verbuchte das Familienunternehmen einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro und blieb damit auf dem Niveau von 2014.

Die Zahl der geschlachteten Schweine stieg um mehr als sieben Prozent auf 18,2 Millionen. Den Gewinn bezifferte Tönnies nicht. Firmenchef Clemens Tönnies sprach bei der Vorstellung der Jahreszahlen am Montag in Rheda-Wiedenbrück aber von einem leichten Rückgang.

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Insgesamt wurden nach Branchenangaben im vergangenen Jahr in Deutschland etwas über 59 Millionen Schweine geschlachtet - im Jahr zuvor waren es 58,85 Millionen Tiere.

Für Tönnies arbeiten weltweit 10 500 Mitarbeiter. Nach der Übernahme des dänischen Schlachtbetriebs Tican rückwirkend zum 1. Oktober 2015 rechnet das Unternehmen für das laufende Jahr mit einem Umsatz von 6,3 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter steigt durch die größte Übernahme der Firmengeschichte auf 12 500.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) befürchtet angesichts von Überkapazitäten und Preisverfall einen beschleunigten Strukturwandel bei Höfen und Schlachtbetrieben. Trotz der Trends zu mehr Regionalität und Tierwohl sei die Zahlungsbereitschaft dafür begrenzt, kritisierte der Marktexperte der ISN, Matthias Quaing, in dem am Montag in Damme veröffentlichten Schlachthofranking der Branchenorganisation.

Die Betriebe müssten mit immer höheren Auflagen zurechtkommen, häufig mit der Folge steigender Kosten, die der Markt jedoch nur unzureichend honoriere. „Das zieht zwangsläufig einen beschleunigten Strukturwandel hin zu immer größeren Unternehmen nach sich, sowohl auf der Stufe der Landwirtschaft als auch bei Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen“, sagte Quaing.

Quelle:  Handelsblatt Online
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