Skandalbank Heta: Gläubiger grenzen Spielraum für Kompromiss ein

Skandalbank Heta: Gläubiger grenzen Spielraum für Kompromiss ein

, aktualisiert 12. April 2016, 18:23 Uhr
Bild vergrößern

Einige Geldgeber der früheren Kärntner Bank Hypo Alpe Adria pochen nicht mehr auf eine vollständige Rückzahlung ihrer Forderungen.

Quelle:Handelsblatt Online

Zu den größten Gläubigern der Skandalbank Heta gehören deutsche Banken und Versicherer. Im Streit um ihre Abwicklung zeichnet sich ein Kompromiss ab, einige Geldgeber pochen nicht mehr auf eine vollständige Rückzahlung.

WienIm Streit um die Abwicklung der österreichischen Skandalbank Heta zeichnen Gläubiger eine Weg für einen möglichen Kompromiss vor. Einige Geldgeber der früheren Kärntner Bank Hypo Alpe Adria pochen nun nicht mehr auf eine vollständige Rückzahlung ihrer Forderungen.

„Aus meiner Sicht würde ein Vergleich bei 90 Prozent nicht klappen, weil man auf diesem Niveau wahrscheinlich nicht die Mehrheit bekommen würde“, sagte Investor Urs Fähndrich, Sprecher der Gläubigergruppe „Teutonia“ am Dienstag.

Anzeige

Die Gruppe hält nach eigenen Angaben Heta-Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro. Auch von einer anderen Gläubigergruppe hieß es: „Man wird sich bewegen, ein Neuner muss davor stehen, aber 90 Prozent wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu wenig sein.“

Das österreichische Bundesland Kärnten hat Garantien für Heta-Papiere in Höhe von rund elf Milliarden Euro übernommen, ist nach eigenen Angaben aber nicht in der Lage, die Schulden zu begleichen. Ein Vergleichsangebot des Landes war Mitte März gescheitert.

Den Gläubigern wurde angeboten, die Heta-Papiere für 7,8 Milliarden Euro zurückzukaufen. Die Investoren hätten auf über drei Milliarden Euro verzichten sollen. Das war ihnen aber zu wenig, sie pochten stets auf eine 100-prozentige Rückzahlung. Zu den größten Gläubigern der Heta gehören deutsche Banken und Versicherungen.


Bislang liegt noch kein Kompromissvorschlag vor

Nachdem die Finanzmarktaufsicht am Sonntag einen milliardenschweren Schuldenschnitt über die Heta verhängt hat, haben Gläubiger angekündigt, die Kärntner-Haftungen vor Gericht einzufordern. Die erste Zivilklage gegen das Land Kärnten sei bereits beim Landesgericht Klagenfurt eingebracht worden, sagte eine Gerichtssprecherin der Nachrichtenagentur Reuters. Eine niederländische Bank berufe sich auf die Landeshaftungen und fordere 1,5 Millionen Euro, sagte sie.

Unabhängig vom Rechtsweg haben Gläubiger und Eigentümer aber angekündigt, eine außergerichtliche Lösung zu bevorzugen. Einen Kompromissvorschlag haben bisher aber weder die Kärntner noch Finanzminister Hans Jörg Schelling auf dem Tisch liegen.

Sollte es ein neues Angebot Kärntens geben, dann werde der Bund prüfen, ob er es finanzieren kann, sagte Schelling. Zunächst müsse aber Kärnten entscheiden, ob es ein neues Angebot vorlegen könne, dazu brauche es auch neue Beschlüsse der Landesregierung.

Ob und wann mit einem Angebot der Gläubiger zu rechnen sei, ließ der Finanzminister offen. Am Dienstag trafen sich in London Rechts- und Investmentberatern von Heta-Gläubigern und Kärnten. Details der Gespräche wurden zunächst nicht bekannt.

Kärntens Finanzchefin Gabriele Schaunig-Kandut hatte vor Beginn der Gespräche die Erwartungen gedämpft. Es handele sich um „technische“ Gespräche, nicht um Vergleichsverhandlungen, hatte sie am Montag gesagt. Aus Gläubigerkreisen hieß es, bei dem Treffen gehe es neben dem rechtlichen Aspekten darum, dass beide Seiten darlegen, wie viel sie denken, dass Kärnten beisteuern kann.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%