Skandalvideos: Trump stürzt Partei ins Chaos

Skandalvideos: Trump stürzt Partei ins Chaos

, aktualisiert 09. Oktober 2016, 17:09 Uhr
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Trotz der Skandalvideos: Der republikanische Kandidat Donald Trump will auf keinen Fall seine Bewerbung für das US-Präsidentenamt zurückziehen.

von Astrid DörnerQuelle:Handelsblatt Online

Über Nacht sind neue vulgäre Mitschnitte einer Radio-Show aufgetaucht. Vor dem zweiten TV-Duell überlegen die Republikaner, wie sie den Präsidentschaftskandidaten Trump loswerden können. Die Wähler sehen das aber anders.

Die Nerven liegen blank, im Trump-Tower in New York, ebenso wie in der Zentrale der republikanischen Partei in Washington. Ist Trump als Kandidat der Konservativen noch haltbar oder nicht? Parteichef Reince Priebus habe seit bekannt werden der sogenannten „Trump Tapes“ Freitagnacht alle Wahlkampfaktivitäten der Partei auf Eis gelegt, berichtet die Nachrichtenseite Politico.

48 Stunden wolle er sich Zeit nehmen, um die Strategie der Partei zu überdenken. Am Wochenende haben eine ganze Reihe von prominenten republikanischen Politikern ihre Unterstützung für den umstrittenen Kandidaten zurückgezogen, darunter die Senatoren John McCain und Robert Portman und der einflussreiche Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan.

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Längst geht es nicht mehr nur um diese Wahl und den Kampf gegen Hillary Clinton. Es geht um die Zukunft der republikanischen Partei und um die Frage, wann sich die Republikaner von dem Trump-Desaster erholen können.

Unterdessen sind neue vulgäre Äußerungen Trumps aufgetaucht, dabei geht es auch um seine Tochter Ivanka. Der Nachrichtensender CNN veröffentlichte am Sonntagmorgen Auszüge aus diversen Radio-Shows des Skandal-Talkers Howard Stern, bei der Trump mehrfach zu Gast war. Im September 2004 etwa diskutieren die Herren über Trumps Tochter Ivanka. „Darf ich das sagen? Ein Wahnsinns-Hintern“, schwärmt Stern und Trump pflichtet ihm schlicht mit dem Wort „Yeah“ bei.

Zwei Jahre später diskutieren die Herren die Oberweite von Ivanka. „Sie sieht üppiger aus als sonst“, sagt Stern. Ob sie sich die Brüste hat vergrößern lassen, will der Moderator wissen und Trump verneint. „Sie war schon immer ziemlich üppig“, sagt er über seine Tochter und: „Sie ist eine unglaubliche Schönheit.“ In anderen Interviews spricht Trump über Gruppensex und über Frauen, die mit 30 Jahren das perfekte Alter hätten, aber mit 35 Jahren zu alt seien. 35 sei „Check-Out Time“, scherzte er.


Mehrheit der Wähler steht weiter zu Trump

Vor dem zweiten TV-Duell zwischen Trump und seiner demokratischen Herausforderin Hillary Clinton liefert das neue Munition für seine Gegner. Trump war vor der Veröffentlichung der „Trump Tapes“ bereits abgeschlagen in den Umfragen, hatte das erste Duell gegen Clinton eindeutig verloren. Jetzt steht noch nicht einmal mehr seine Partei hinter ihm.

Parteichef Priebus steht vor einer schwierigen Entscheidung. Das Establishment der Partei, das sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch gegenüber Trump geäußert hatte, hat sich nun endgültig abgewendet. In der Parteizentrale werden Medienberichten zufolge Szenarien durchgespielt, wie man Trump loswerden könnte.

Doch eine erste Umfrage von Politico zeigt: Die Mehrheit der republikanischen Wähler erwarten, dass die Partei weiter zu dem Kandidaten steht. 74 Prozent der befragten republikanischen Wähler sprachen sich weiterhin für Trump aus, nur 13 Prozent fordern, dass sich die Partei von ihm abkehrt.

Der Kandidat selbst schrieb am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter, dass er sich „niemals“ aus dem Rennen zurückziehen werde. Trump traf sich in New York mit seinen Vertrauten, darunter Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani. Dieser sagte später, es sei Wunschdenken des Clinton-Lagers, dass der Unternehmer aufgebe. Trump fühle sich schrecklich wegen der Bemerkungen, sagte Giuliani am Sonntag im US-Fernsehen. Aber er werde seine Bewerbung nicht zurückziehen und auch an der TV-Debatte mit seiner Rivalin Hillary Clinton am Abend teilnehmen. Dabei sei es nicht ausgeschlossen, dass Trump die Demokratin hart angehen und auch auf ihren Ehemann, den früheren US-Präsidenten Bill Clinton, zu sprechen kommen werde, sagte Giuliani. Der frühere New Yorker Bürgermeister gehört zum engsten Beraterstab Trumps.

„Er fühlt sich ganz offensichtlich sehr schlecht wegen seiner Äußerungen“, sagte Giuliani im Sender NBC über Trump. „Er hat dafür um Entschuldigung gebeten.“ Nun wolle er sich den Themen zuwenden, die die US-Bürger beträfen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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