Smartphone-Bank: Der schwierige Umzug von N26

Smartphone-Bank: Der schwierige Umzug von N26

, aktualisiert 09. Dezember 2016, 18:38 Uhr
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Die Smartphone-Bank hat seit Sommer eine eigene Banklizenz. Die nutzt sie jetzt auch. Das heißt, die Kunden müssen mit ihrem Konto auf die N26-Plattform umziehen.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Die Smartphone-Bank N26 ist jetzt auch offiziell eine Bank. Derzeit transferiert sie Konten von 200.000 Kunden auf ihre eigene Plattform. Doch die Nutzer haben viele Fragen – und bitten N26 um Antworten.

FrankfurtDie Berliner Smartphone-Bank N26 ist so etwas wie das Paradebeispiel eines erfolgreichen Finanz-Start-ups. Mehr als 200.000 Kunden hat N26, vormals Number26, bereits gewinnen können. Gerade erst hat das Unternehmen angekündigt, künftig seine weitgehend gratis verfügbare Banking-App künftig in 17 europäischen Ländern anzubieten.

Auch eine eigene Banklizenz hat N26 seit einiger Zeit. Bislang hat sie die des Dienstleisters Wirecard genutzt, jetzt aber die eigene. Das heißt, dass das Fintech die Kunden von der alten auf eine neue Bankplattform umziehen lässt. Ein anspruchsvolles Unterfangen, das laut zwei Medienberichten nicht ganz reibungslos läuft.

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Das Digitalmagazin „t3n“ berichtet, dass sich über den Nachrichtendienst Twitter viele Nutzer über Probleme beim Umziehen des eigenen Kontos beschwert hätten. Der N26-Kundensupport sei schwierig zu erreichen gewesen – und Karten ließen sich demnach nicht gleich aktivieren.

Auch „heise online“ berichtet über Schwierigkeiten. Leser hätten sich über verwirrende Ansagen bezüglich des Umstiegs, einen schwer erreichbaren Support, scheiternde Überweisungen und Verzögerungen bei der Zusendung von Bankkarten beklagt, so „heise online“.

N26 teilt dazu mit, dass der Umzug auf die neue Bankplattform ein „hochkomplexer Prozess“, aber fast abgeschlossen sei. 80 Prozent der Kunden, die jeweils eine neue Kontonummer bekommen, hätten den Umzug erfolgreich abgeschlossen. Verzögerungen bei der Aktivierung von Karten und Probleme bei Überweisungen seien nicht bekannt, so N26.

Tatsächlich haben sich viele Nutzer mit offenen Fragen bei der Smartphone-Bank gemeldet. „Wir sind vom Anfragevolumen unserer Kunden im Rahmen des Migrationsprozesses zu Beginn überwältigt worden“, so N26. „Durch diesen Hochbetrieb haben sich die Antwortzeiten beim Customer Service leider verlängert.“ Da inzwischen der Großteil der Kunden sein Konto umgezogen hat, gehe das Anfragevolumen und somit die Wartezeiten deutlich zurück.

Das Start-up wird genau beäugt, weil es rasch wächst, den Banken direkt Konkurrenz macht und die App als zukunftsweisend gilt. Der Großteil der Fintechs kooperiert derzeit eher mit den Instituten, statt sie direkt anzugreifen. Wie sehr sich die etablierten Geldhäuser mit dem Berliner Fintech beschäftigen, zeigt das Beispiel einiger großer Sparkassen: Sie wollen in Kürze eine eigene reine Smartphone-App, „Yomo“, starten.

Im Sommer war N26 in die Kritik geraten. Die Bank hatte rund 500 Kunden das Konto gekündigt, weil diese zu oft Geld abgehoben hätten. N26 verfügt über keine eigenen Geldautomaten – Barabhebungen kosten das Unternehmen daher selbst Gebühren. Kurz danach hatte die Smartphone-Bank Gebühren für häufiges Geldabheben eingeführt. Zudem kritisierten Verbraucherschützer die Konditionen für Kleinsparer bei einem Anlageprodukt von N26.

Quelle:  Handelsblatt Online
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