Späte Anlegerinformation: Bafin prüft Ad-hoc-Verstöße bei VW und Daimler

Späte Anlegerinformation: Bafin prüft Ad-hoc-Verstöße bei VW und Daimler

, aktualisiert 07. August 2017, 12:32 Uhr
von Yasmin OsmanQuelle:Handelsblatt Online

Neues Ungemach für die Automobilkonzerne Volkswagen und Daimler: Die Finanzaufsicht Bafin prüft, ob die Unternehmen Anleger zu spät über ihre Selbstanzeige wegen möglicher Kartellverstöße informiert haben.

FrankfurtDer Kartellskandal deutscher Automobilkonzerne könnte noch ein teures Nachspiel für die Autobauer Daimler und Volkswagen haben: Die deutsche Finanzaufsicht Bafin prüft, ob die beiden Autobauer die Anleger über die von ihnen angeblich gestellten Selbstanzeige informieren hätten müssen. Eine Bafin-Sprecherin bestätigte dem Handelsblatt auf Anfrage, dass die Behörde Ad-hoc-Verstöße bei beiden Unternehmen prüft. Aktiengesellschaften müssen Anleger zeitnah über kursrelevante Nachrichten über eine Pflichtmitteilung (Ad-hoc-Mitteilung) informieren. Doch über ihre Selbstanzeige informierten die beiden Autokonzerne Anleger überhaupt nicht selbst. Erst ein Medienbericht machte den Kartellverdacht und die Selbstanzeigen publik.

Pech für Volkswagen und Daimler: Im vergangenen Juni hat sich die Rechtslage verändert, seither sieht die Marktmissbrauchsverordnung deutlich höhere Bußgelder für Ad-hoc-Verstöße vor. Gegen juristische Personen wie etwa Unternehmen können seither Bußgelder von bis zu 2,5 Prozent oder von zwei Prozent des gesamten Vorjahresumsatzes verhängt werden. Davor lag die mögliche Höchstbuße bei einer Millionen Euro. Das bislang höchste Bußgeld wegen Ad-hoc-Verstößen hatte die Deutsche Bank im Mai zahlen müssen: 550.000 Euro. Das Bußgeld wurde allerdings noch auf Basis der alten Rechtslage ermittelt.

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Quelle:  Handelsblatt Online
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