Sparkasse Berlin: „Operation am offenen Herzen“

Sparkasse Berlin: „Operation am offenen Herzen“

, aktualisiert 23. März 2016, 18:08 Uhr
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Die Berliner Sparkasse ist ein besonderes Institut. Es gehört den anderen deutschen Sparkassen und steckt mitten in einem Umbau.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Wäre die Berliner Sparkasse eine reine Sparkasse, dann stünde sie im Ranking der deutschen Sparkassen auf Platz eins. Noch aber steckt sie mitten im Umbau – von der Landesbank zur Sparkasse.

Frankfurt Schaut man auf die Bilanzsumme, steht die Berliner Sparkasse ganz oben auf der Liste der deutschen Sparkassen – ganz, wie es sich für die Sparkasse in der Hauptstadt gehört. Knapp 48 Milliarden Euro schwer ist die Bilanz, und damit ist das Institut größer als die Hamburger Sparkasse (Haspa), die im Ranking der 409 deutschen Sparkassen den Spitzenplatz belegt.

Doch in Berlin ist alles etwas anders. Denn die Berliner Sparkasse steckt noch im Umbau von einer Landesbank zu „sparkassentypischen Geschäftsstrukturen“. Dieser Umbau gehe jetzt in die „Endphase, verlangt aber weiter volle Anstrengung“, teilte das Geldhaus am Mittwoch mit. Als eine „Operation am offenen Herzen“ hat Vorstandschef Johannes Evers den Job einmal bezeichnet.

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Der Hintergrund: Bis 2017 und damit binnen drei Jahren soll die ehemalige Landesbank Berlin (LBB) auf die Funktionen einer Hauptstadtsparkasse reduziert werden. Die einstige Bankgesellschaft, zu der auch die Landesbank gehörte, hatte sich mit riskanten Immobiliengeschäften verspekuliert, 2001 stand das Institut am Rande des Ruins.

Das Land Berlin musste mit Milliardenhilfen einspringen - unter der Auflage der EU-Kommission, sich nach der Sanierung von ihren Anteilen zu trennen. Während die Berliner Bank an die Deutsche Bank verkauft wurde, erhielten die Sparkassen den Zuschlag für die Landesbank Berlin. Rund 5,5 Milliarden Euro zahlten die Sparkassen 2007 für das Institut - ein Jahr vor Ausbruch der Finanzkrise.


Viel zu teuer gekauft

Es war ein viel zu hoher Preis. Die Sparkassen – fast alle Institute waren dabei – haben inzwischen hohe Abschreibungen auf ihre Beteiligung vorgenommen. Die öffentlich-rechtlichen Geldhäuser wollten 2007 unbedingt verhindern, dass ein privater Käufer zugreift.
Im vergangenen Jahr lief der Umbau immerhin besser als befürchtet. Die Berliner Sparkasse, die offiziell noch eine Niederlassung der LBB ist, verdiente nach Steuern zwölf Millionen Euro. Sie hatte mit einem Verlust gerechnet.

Einfach ist das alles nicht: „Wir werden und wir müssen weiterhin wachsam bleiben“, sagte Evers. Er verwies auf niedrigen Zinsen, Kosten für die Regulierung und die Digitalisierung, die das Bankgeschäft verändere. Der wichtige Zinsüberschuss sackte deutlich von fast 830 Millionen Euro auf gut 730 Millionen Euro im Jahr 2015 ab. Die Kosten hingegen stiegen.

Evers zeigte sich aber optimistisch und erwartet höhere Gewinne: „Wir sind sehr gut aufgestellt und zuversichtlich, auch 2016 sowohl bei der Arbeit für die Kunden als auch beim weiteren Umbau erfolgreich zu sein.“ Er geht davon aus, dass die Sparkasse dieses Jahr auf ein Ergebnis nach Steuern von 60 Millionen Euro kommt. Damit kämen die Berliner jedenfalls näher an die Haspa heran. Sie hat im vergangenen Jahr 80 Millionen Euro verdient.

Quelle:  Handelsblatt Online
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