Sparkassen, Volksbanken, Privatbanken: Filialsterben der Banken ist jetzt amtlich

Sparkassen, Volksbanken, Privatbanken: Filialsterben der Banken ist jetzt amtlich

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Im ganzen Land gibt es laut Bundesbank noch 11.459 Sparkassen-Zweigstellen – 12 Prozent weniger als vor fünf Jahren.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Zahl der Banken und Filialen in Deutschland schrumpft seit vielen Jahren. Im vergangenen Jahr hat sich der Abbau der Geschäftsstellen beschleunigt – aus mehreren Gründen.

Die offizielle Statistik der Bundesbank zeigt: Das Filialsterben deutscher Geldhäuser hat sich im vergangenen Jahr noch einmal deutlich verschärft. Alle Kreditinstitute zusammen unterhielten Ende Dezember 2015 den Daten zufolge noch 34.045 Zweigstellen. Das waren 1257 weniger als im Jahr zuvor (minus 3,5 Prozent).

Vor zehn Jahren hatte es noch etwas mehr als 44.000 Zweigstellen in Deutschland gegeben. Im Schnitt gingen also pro Jahr eintausend Filialen verloren. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die starke Verbreitung von Online-Banking macht viele Besuche in Bankfilialen überflüssig, die Unterhaltung von Filialen ist teuer, der Konkurrenzdruck der Banken untereinander hat sich verschärft.

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Der Abbau der Filialen dürfte ungebremst weitergehen. Oliver Mihm, Chef der Beratungsfirma Investors Marketing, rechnet damit, dass bis 2020 bei deutschen Banken jede fünfte Filiale wegfällt. Viele Einzelinstitute würden sogar ein Viertel der Filialen streichen. Trendsetter ist die Hypo-Vereinsbank. Sie hat gut 40 Prozent ihrer 600 Filialen geschlossen – und die übrigen modernisiert.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

  • Aktienfonds

    Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

  • Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

    Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

  • Geldmarktfonds

    Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

  • Immobilienfonds

    Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

  • Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

    Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

  • Mischfonds

    Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

  • Rentenfonds

    Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Die DZ Bank prognostizierte jüngst: Bis 2030 dürfte die Zahl der Filialen insgesamt unter 20 000 sacken - ein Minus von 40 Prozent. Allein 2015 hatten deutsche Banken nach einer Erhebung des Handelsblatts rund 1.000 Filialschließungen angekündigt, die noch nicht alle umgesetzt sein dürften. So will die Deutsche Bank bis Ende kommenden Jahres mehr als 200 von 723 Filialen geschlossen haben.


Nur noch knapp 1000 Genossenschaftsbanken

Die Schließungswelle hatte zuletzt sogar die Werber unterschiedlicher Bankenlager aufeinander gehetzt. Die Commerzbank provozierte mit Werbespots zur reichlich skurrilen Schließung der Filiale eines fiktiven Wettbewerbers, im Netz unter meinebankistweg.de zu finden.

Rund um eine Kundin wird in dem Film mitten im Beratungsgespräch die Filiale ausgeräumt. Am Schluss wird ihr gar der Stuhl weggerissen, das Licht im verlassenen Büro geht aus. Anders die Commerzbank. Sie plane „keinen Rückzug aus der Fläche, weder heute noch morgen“, heißt es. In Wahrheit baut aber auch die Commerzbank deutlich Filialen ab.

Die Sparkassen konterten mit einem Spot der fiktiven 08/15-Bank. Diese stets für alles, was die Sparkassen auf keinen Fall sein wollen. Die Sparkassen verballhornten den oft gezeigten Commerzbank-Spot mit einer joggenden Mitarbeiterin.

Was Investoren für die lukrativste Geldanlage halten

  • Die Umfrage

    Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt einmal jährlich im Auftrag von pro aurum die Deutschen nach ihren Anlagestrategien. Hier die Ergebnisse vom Juni 2015 - im Vergleich zu den Vorjahren. Zuerst wurden den Bürgern fünf Geldanlagen genannt, mit der Bitte, anzugeben, welche davon aus ihrer Sicht derzeit am besten als langfristige Geldanlage mit mindestens drei Jahren Laufzeit geeignet ist.

  • Gold

    Gold platziert sich zum fünften Mal in Folge an erster Stelle, diesmal allerdings deutlicher vor Aktien, die seit 2011 Zuwächse erzielten, aber aktuell in der Anlegergunst gesunken sind: 30 Prozent der Bürger würden sich heute für Gold entscheiden, weil sie vermuten, dass diese Anlage nach mindestens drei Jahren Laufzeit im Vergleich zu den vier anderen Geldanlagen den meisten Gewinn bringt. Gold konnte somit um zwei Prozentpunkte zulegen.

  • Aktien

    Nur noch 23 Prozent halten Aktien für besonders lukrativ, wenn es um langfristige Geldanlagen geht. Im Vorjahr hatte dieser Wert mit 27 Prozent offenbar einen Gipfel erreicht.

  • Fondsanteile

    Es folgen Fondsanteile mit zwölf Prozent. Fonds sind in der Gunst der Anleger wieder leicht gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 2013 hatte dieser Wert mit 13 Prozent noch ein Hoch erreicht, war aber 2014 auf elf Prozent zurückgefallen.

  • Festgeld

    Fest- beziehungsweise Termingeld hielten sieben Prozent der Befragten für die lukrativste langfristige Geldanlage. Seit 2011 ist diese Anlageklasse deutlich ins Hintertreffen geraten, damals glaubten noch 22 Prozent der Befragten, Termin- und Festgelder würden auf drei Jahre betrachtet den meisten Gewinn abwerfen.

  • Anleihen

    Drei Prozent nannten Anleihen als aussichtsreichste Anlageklasse, im Vorjahr waren es nur zwei Prozent. Anleihen spielen somit für Privatanleger praktisch keine Rolle. Ernüchternd: Knapp jeder vierte Bürger (24 Prozent) kann nicht sagen, welche dieser Anlagen am besten geeignet wäre, um langfristig möglichst viel Gewinn zu erzielen. Die Angaben "weiß nicht" oder "keine davon" kamen bereits in den Vorjahren ähnlich häufig vor.

Die Daten der Bundesbank zeigen auch, dass die Zahl der Banken immer weiter zurückgeht. Gab es 2005 noch 2.344 Geldhäuser, waren es Ende vergangenen Jahres noch 1.960. Das sind dreißig weniger als Ende 2014. Die Zahl der Sparkassen ist demnach um drei auf 413 zurückgegangen, der Deutsche Sparkassen- und Giroverband selbst spricht von 409 Sparkassen in Deutschland.

Bei den Genossenschaftsbanken schrumpfte die Zahl der Institute im vergangenen Jahr um 25 auf 1009 Geldhäuser. Vor zehn Jahren waren es noch 1262 genossenschaftliche Institute.

Die kleineren Institute verschwinden vor allem durch Fusionen vom Markt. Sie klagen über höhere Ausgaben wegen strengerer Vorgaben der Finanzaufsicht und generell zeitaufwendigere Regulierung. Das setzt die Margen unter Druck. Gleichzeitig wird es angesichts der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank schwieriger, mit dem Einlagen- und Kreditgeschäft auskömmliche Margen zu erwirtschaften.

Allein für dieses Jahr sind von Genossenschaftsbanken etwa 50 weitere Fusionen beim IT-Dienstleister der Gruppe angemeldet worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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