Sparkassen-Wertpapierhaus: Dekabank will unbequem werden

Sparkassen-Wertpapierhaus: Dekabank will unbequem werden

, aktualisiert 13. Juli 2016, 16:29 Uhr
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Das Wertpapierhaus will zu einem unbequemen Investor werden und sich bei Konzernen stärker einmischen.

Quelle:Handelsblatt Online

Mehr Einmischung, auch bei der Unternehmensführung: Die Dekabank möchte dem Vorbild Union Investment stärker nacheifern und als Investor offensiver auftreten. Ein Spezialist für den neuen Kurs wurde extra eingekauft.

FrankfurtDie Dekabank will sich als Großinvestor bei Konzernen stärker einmischen. „Als einer der großen Asset Manager werden wir hier künftig im Sinne der Interessen der Fondsanleger eine noch aktivere Shareholder-Rolle spielen und dabei neben Strategie, Ertrag und Finanzen auch Fragen der guten Unternehmensführung in den Blick nehmen“, kündigte Deka-Chef Michael Rüdiger am Dienstagabend in Frankfurt an.

Bislang führte das Wertpapierhaus der Sparkassen den Dialog mit den Unternehmen, in denen es investiert ist, eher hinter verschlossenen Türen. Jetzt kommen verstärkt auch öffentliche Auftritte, etwa auf Hauptversammlungen, hinzu. Vorbild ist die genossenschaftliche Konkurrentin Union Investment, die ihre Positionen schon länger sehr offensiv vertritt. Zum Ausbau der sogenannten Corporate-Governance-Aktivitäten hat die Deka den früheren Union-Fondsmanager Michael Schmidt an Bord geholt. Er ist seit Monatsbeginn am Start.

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Im Tagesgeschäft schlägt sich die Deka nach den Worten von Rüdiger trotz der jüngsten Marktturbulenzen wacker. In den ersten fünf Monaten des Jahres sammelte das Institut bei Anlegern unter dem Strich insgesamt rund 7,6 Milliarden Euro neu ein – weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf das Geschäft mit Kleinsparern entfielen davon 3,3 Milliarden, worauf die Deka nach ihrer Vertriebsoffensive in den Sparkassen besonders stolz ist.

Beim Gewinn hinterlassen aber auch Regulierungskosten und eine höhere Risikovorsorge ihre Spuren, wie Rüdiger erklärte. Das Wirtschaftliche Ergebnis werde daher wie bereits angekündigt sinken und nicht an den Vorjahreswert von 611 Millionen Euro heranreichen.

Bereits im April hatte die Deka vorsichtshalber signalisiert, das Ergebnis werde 2016 in etwa auf dem Durchschnittsniveau der vergangenen Jahre liegen, also bei rund 500 Millionen Euro. „Nach allem, was wir bislang gesehen haben, bestätigt sich diese Prognose“, sagte Rüdiger nun. Die Halbjahreszahlen werden am 25. August veröffentlicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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