Sparkurs: Deutsche-Bank-Vorstand verteidigt Bonuskürzungen

Sparkurs: Deutsche-Bank-Vorstand verteidigt Bonuskürzungen

, aktualisiert 26. Februar 2017, 12:50 Uhr
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Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Viele Top-Manager müssen Einbußen hinnehmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Viele Führungskräfte der Deutschen Bank müssen für 2016 auf Boni verzichten. Der zuständige Personalvorstand hält den Schritt für richtig. Die Entscheidung sei auch mit Blick auf die Aktionäre getroffen worden.

FrankfurtDer Personal- und Rechtsvorstand der Deutschen Bank, Karl von Rohr, hat die Einschnitte bei den Leistungszulagen für Manager des Geldhauses verteidigt. "Wenn die individuelle variable Vergütung ausfällt, ist das natürlich frustrierend", sagte er im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Aber wir haben uns sehr bewusst dazu entschieden, auch mit Blick auf unsere Aktionäre." Es hätten deswegen nicht massenweise Angestellte gekündigt. Die Fluktuation liege im üblichen Rahmen. Mitte Januar hatte die Bank erklärt, dass für 2016 neben dem Vorstand auch die übrige obere und mittlere Führungsebene auf Leistungszulagen verzichten müsse. Nur einige ausgewählte Mitarbeiter sollen mit langfristigen Halteprämien geködert werden.

Mit dem geplanten Abbau von 9000 der insgesamt 100.000 Stellen liege die Bank im Plan, sagte von Rohr. In Deutschland seien die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern über die 4000 Stellen abgeschlossen, die bis 2018 wegfallen sollen. Etwa zwei Drittel der Betroffenen hätten die Auflösungsverträge unterzeichnet.

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Von Rohr ist als Rechtsvorstand auch verantwortlich für die vielen Rechtsstreitigkeiten, mit denen die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren immer wieder Schlagzeilen machte. Mitte Januar hatte sich der Konzern mit dem US-Justizministerium wegen unsauberer Geschäfte auf dem amerikanischen Immobilienmarkt auf einen Vergleich geeinigt. Die Tricksereien kosten die Frankfurter 7,2 Milliarden Dollar. Wenig später kam es zu einem Teil-Vergleich im Geldwäsche-Skandal in Russland. Mit Aufsichtsbehörden in New York und London handelte die Bank dafür eine Strafe von insgesamt knapp 600 Millionen Euro aus. Von Rohr sieht das Institut auch bei den Rechtsstreitigkeiten auf einem guten Weg. Etwa 20 Großfälle stünden zusammen für 90 Prozent der Rückstellungen. "Von denen haben wir die Hälfte entweder komplett abgeschlossen oder stehen kurz davor. Der Rest wird hoffentlich bis Ende des Jahres weitestgehend abgearbeitet sein."

Quelle:  Handelsblatt Online
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