Staatsanleihen: Schuldenaufnahme wird für Deutschland teurer

Staatsanleihen: Schuldenaufnahme wird für Deutschland teurer

, aktualisiert 12. Juli 2017, 17:50 Uhr
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Aussagen des EZB-Chefs befeuern Spekulationen, die den deutschen Staat teuer zu stehen kommt.

Quelle:Handelsblatt Online

Mit der aktuellsten Anleihe sammelt der Fiskus rund vier Milliarden Euro ein. Die durchschnittliche Rendite liegt dabei so hoch wie lange nicht mehr. EZB-Chef Draghi ist für die teurere Schuldenaufnahme verantwortlich.

FrankfurtHinweise auf eine mögliche Abkehr der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Krisenmodus der Geldpolitik machen schon jetzt die Schuldenaufnahme für den deutschen Staat teurer. Am Mittwoch sammelte der Fiskus mit einer Staatsanleihe gut 4 Milliarden Euro über eine Laufzeit von zehn Jahren bei Gläubigern ein, wie die Deutsche Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Dabei lag die durchschnittliche Rendite bei 0,59 Prozent. Das ist soviel wie bei gleicher Laufzeit seit einer Emission im Januar 2016 nicht mehr.

Noch bei der jüngsten entsprechenden Emission vor einem Monat war der Zinssatz mit 0,26 Prozent nicht einmal halb so hoch gewesen. 10-jährige Staatsanleihen gelten am Rentenmarkt als richtungweisend, weil sie am häufigsten emittiert und gehandelt werden. Die aktuelle Emission ist die erste in dieser Laufzeit seit einem kräftigen Renditeanstieg im Laufe der vergangenen gut zwei Wochen. Grund für die steigenden Zinsen sind Spekulationen an den Finanzmärkten auf eine baldige Abkehr der EZB von ihrer extrem lockeren Geldpolitik.

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In einer Rede im portugiesischen Sintra hatte sich EZB-Chef Mario Draghi Ende Juni äußerst zuversichtlich zur Euro-Wirtschaft gezeigt und den jüngsten Rückgang der Inflation als vorübergehend bezeichnet. Seitdem rechnen viele Anleger mit einer baldigen Reduzierung der Wertpapierkäufe durch die EZB. Nach derzeitiger Planung kauft die Notenbank noch mindestens bis Ende des Jahres monatlich Wertpapiere im Volumen von durchschnittlich 60 Milliarden Euro, um die Zinsen niedrig zu halten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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