Standard Chartered: Gewinnsprung für britische Großbank

Standard Chartered: Gewinnsprung für britische Großbank

, aktualisiert 01. November 2017, 12:05 Uhr
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Die hohen Kostensteigerungen belasten die Aktie der britischen Bank Standard Chartered.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Konzernumbau bei der britischen Großbank Standard Chartered zeigt langsam Wirkung. Der Gewinn legt zu. Doch die Aktionäre sind angesichts der jüngsten Kostensteigerungen trotzdem skeptisch.

LondonDie britische Großbank Standard Chartered hat ihren Gewinn im dritten Quartal zwar kräftig gesteigert, doch gleichzeitig erhöhten sich die Kosten und das Kapitalpolster schrumpfte. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank in diesem Jahr ihre Dividendenzahlungen wieder aufnimmt. Die Aktien rutschten am Mittwoch um mehr als sechs Prozent und zählten damit zu den größten Verlieren im Londoner Leitindex.

Der Gewinn vor Steuern legte im dritten Quartal um 78 Prozent auf 814 Millionen Dollar zu, wie Standard Chartered mitteilte. Analysten bemängelten aber, dass der Gewinnsprung nicht aus dem operativen Geschäft stamme, sondern den geringeren Belastungen durch faule Kredite geschuldet sei. Diese sanken um 42 Prozent auf 348 Millionen Dollar. Die stark in Asien engagierte Bank musste nach einer jahrelangen, lockeren Kreditvergabe wiederholt hohe Belastungen im Kreditgeschäft verbuchen.

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Konzernchef Bill Winters hat in den vergangenen Jahren mehr als 15.000 Jobs gestrichen und sich aus einigen Geschäftsbereichen zurückgezogen. Anleger hoffen nach dem Ende des zweijährigen Konzernumbaus wieder auf höhere Erträge, doch die Bank bekommt die weltweit niedrigen Zinsen, den härteren Wettbewerb und die fehlenden Einnahmen aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen zu spüren. Im dritten Quartal nahmen die Erträge binnen Jahresfrist lediglich um vier Prozent zu, gleichzeitig stiegen die Kosten im selben Umfang. „Wir beschleunigen einige unserer Investitionen“, begründete Finanzchef Andy Halford den Kostenanstieg. Diese würden sich in Zukunft auszahlen und die Kosten drücken.

Die Kernkapitalquote schrumpfte per Ende September auf 13,6 Prozent von 13,8 Prozent Ende Juni. „Das macht wahrscheinlich alle Hoffnungen zunichte, dass die Bank dieses Jahr Gewinne ausschüttet“, sagte Analyst Joseph Dickerson von der Investmentbank Jefferies.

Quelle:  Handelsblatt Online
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