Starinvestor erweitert sein „Powerhouse“: Was Warren Buffett seinen Aktionären schreibt

Starinvestor erweitert sein „Powerhouse“: Was Warren Buffett seinen Aktionären schreibt

, aktualisiert 27. Februar 2016, 18:01 Uhr
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Der Starinvestor informiert die Anleger seiner Holding Berkshire Hathaway jährlich per Brief. In diesem Jahr sind die Investoren besonders gespannt auf den Inhalt.

von Astrid DörnerQuelle:Handelsblatt Online

Der legendäre Investor auf Erfolgskurs: Sein Konglomerat Berkshire hat 2015 einen satten Gewinnsprung gemacht. Gründe, gelassen zu sein, hat Buffett noch weitere. Ebenso wie ambitionierte Pläne, die er in Briefform verbreitet.

New YorkWarren Buffett ist ein Optimist. Über die Schwarzmaler in der Politik, die im tobenden US-Wahlkampf den Untergang Amerikas vorhersehen, kann er nur den Kopf schütteln. „Viele Amerikaner glauben jetzt, dass es ihren Kindern nicht so gut gehen wird, wie ihnen selbst.

Diese Ansicht ist komplett falsch“, schrieb Buffett in seinem Brief an die Aktionäre, der am Samstag veröffentlicht wurde. „Es ist schon seit 240 Jahren keine gute Idee, gegen Amerika zu wetten. Und jetzt ist nicht die richtige Zeit, damit anzufangen“, stellte der Chef des Konglomerats Berkshire Hathaway klar.

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Der 85-Jährige, der im Wahlkampf die Demokratin Hillary Clinton unterstützt, hat allen Grund, optimistisch zu sein. Berkshire hat im vergangenen Jahr einen satten Gewinnsprung gemacht. Der Gewinn stieg um 21 Prozent auf 24,08 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska am Samstag ebenfalls mitteilte.

Dafür sorgte vor allem die für Buffett lukrative Fusion des Ketchup-Herstellers Heinz mit dem Lebensmittelkonzern Kraft, die er gemeinsam mit der brasilianischen Beteiligungsgesellschaft 3G eingefädelt hat. Berkshire hält mittlerweile 27 Prozent an Kraft Heinz. Außerdem hat Buffett gerade den größten Zukauf der Firmengeschichte abgeschlossen.

Berkshire für gut 37 Milliarden Dollar den Industriekonzern Precision Castparts übernommen, der unter anderem Ausrüstung für die Flugzeug- und Energiebranche herstellt. Precision Castparts wird damit Berkshires fünf große Unternehmen ergänzen, die abseits vom Versicherungsgeschäft für den Großteil der Gewinne verantwortlich sind.

Buffett bezeichnet die fünf Unternehmen, zu dem der Eisenbahnbetreiber BNSF, Berkshire Hathaway Energy und das Chemieunternehmen Lubrizol gehören, als seine „Powerhouse Five“. „Im nächsten Jahr werde ich dann von den ‚Powerhouse Six‘ berichten“, schrieb Buffett stolz. Den Chef von Precision Castparts, Mark Donegan, bezeichnete er als den „Davinci seines Handwerks”.


Kauffreudig wie nie

Buffett führt Berkshire seit 51 Jahren und hat das einstige Textilunternehmen zu Amerikas fünftgrößtem börsennotierten Konzern ausgebaut, zu dem neben einem umfangreichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäft auch Beteiligungen an Konzernen wie Coca-Cola, der Bank Wells Fargo und American Express gehören.

Buffett wird von seinen Aktionären wie ein Rockstar gefeiert. Bei der kommenden Hauptversammlung Ende April wird es allerdings ungewohnten Widerstand geben. Ein Aktionär drängt Berkshire, die Risiken aufzulisten, die der Klimawandel für die Versicherungssparte mit sich bringt.

Schließlich ist der Konzern bekannt dafür, als Rückversicherer für besonders große Risiken aufzutreten. Buffett sieht der Sache gelassen entgegen. Zwar sei es „höchstwahrscheinlich“, dass der Klimawandel ein großes Risiko für den Planeten darstelle. Doch um sein Unternehmen mache er sich keine Sorgen. „Versicherungspolicen werden für jeden Fall individuell berechnet und jedes Jahr im Preis angepasst“, erklärte Buffett.

Statt sich um den Klimawandel Sorgen zu machen, sucht er lieber weitere Übernahmeziele und zeigte sich dabei so kauffreudig wie eh und je. Mit der Übernahme von Precision Castparts besitzt Berkshire nun zehn und ein Viertel Unternehmen, die im Fortune-500-Index der 500 größten börsennotierten Unternehmen wären, wenn sie Buffett nicht übernommen hätte.

Das Viertel bezieht sich auf den Anteil von Kraft Heinz. „Damit bleiben noch knapp 98 Prozent der amerikanischen Großkonzerne übrig, die uns noch anrufen müssen“, scherzte Buffett. Berkshire sei für Übernahmegespräche vorbereitet. Er ist eben ein Optimist.

Quelle:  Handelsblatt Online
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