Starinvestor im US-Wahlkampf: Buffett traut einem Affen mehr zu als Trump

Starinvestor im US-Wahlkampf: Buffett traut einem Affen mehr zu als Trump

, aktualisiert 02. August 2016, 11:14 Uhr
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Der Starinvestor Warren Buffett bei einer Wahlkampfveranstaltung für Hillary Clinton in Omaha (Nebraska).

Quelle:Handelsblatt Online

Warren Buffett hält nicht viel von Donald Trump. Aber auf einer Wahlkampfveranstaltung für Hillary Clinton stellte er jetzt Trumps Fähigkeiten an der Börse in Frage. Selbst ein Affe könne mehr Rendite erzielen.

WashingtonUS-Investorenlegende Warren Buffett hat die Fähigkeiten des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump als Geschäftsmann infrage gestellt. Selbst ein Affe hätte an der Börse besser abschneiden können als der Milliardär, als dieser 1995 seine Hotels und Kasinos an die Wall Street gebracht habe, sagte Buffett auf einer Wahlkampfveranstaltung mit der Demokratin Hillary Clinton am Montag.

Es sei damals das einzige Mal gewesen, dass Trump die amerikanische Öffentlichkeit gebeten habe, in sein Unternehmen zu investieren. Doch nach dem Börsengang habe die Firma ein Jahrzehnt lang Verluste eingefahren. Wenn ein Affe 1995 „einen Pfeil auf die Aktien-Scheibe geworfen hätte, dann hätte der Affe im Schnitt 150 Prozent erzielt“. Trump argumentiert, sein Erfolg als Geschäftsmann qualifiziere ihn, US-Präsident zu werden.

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Buffett forderte auf der Veranstaltung in seinem Heimatstaat Nebraska Trump auch dazu auf, wie im Wahlkampf üblich seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Trump lehnt dies mit dem Verweis ab, dass die Bundessteuerbehörde IRS ihre Überprüfung der Unterlagen noch nicht abgeschlossen habe. Buffett sagte dagegen, Trump habe nicht vor dem Finanzamt Angst, sondern vor den Wählern.

Auch seine Steuererklärung werde noch überprüft, sagte der Chef des Investment- und Firmenkonglomerats Berkshire Hathaway. Trotzdem würde er sich jederzeit mit Trump treffen, damit beide ihre Unterlagen vorlegen und „die Leute uns zu all den Punkten, die darauf sind, Fragen stellen können“. Eine Sprecherin Trumps äußerte sich dazu zunächst nicht. Sie verwies lediglich darauf, dass die Überprüfung von Trumps Steuerunterlagen Routine sei.

Buffett gesellte sich zudem in den Kreis von Kritikern, die Trump wegen dessen Äußerungen über die Familie des im Irak-Krieg getöteten muslimischen US-Offiziers Humayun Khan angreifen. Damit habe Trump das Fass zum Überlaufen gebracht. Der Vater des Soldaten hatte auf dem Parteitag der Demokraten in der vergangenen Woche Trump wegen dessen Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime scharf kritisiert.

Trump sagte, er sei auf gehässig attackiert worden und habe sehr wohl auch Opfer gebracht, indem er hart gearbeitet und Jobs geschaffen habe. Buffett hielt entgegen, weder aus seiner noch aus Trumps Familie sei je ein Mitglied im Irak- oder Afghanistan-Krieg gewesen. „Uns ist es beiden in dieser Phase extrem gut ergangen, und unsere Familien haben nichts geopfert.“

Als Konsequenz will Buffett mit einer ungewöhnlichen Aktion Hillary Clinton zum Wahlsieg verhelfen. An der Seite der Präsidentschaftskandidatin der Demokraten kündigte der 85-Jährige auf einer Wahlkampfveranstaltung in seinem Heimatstaat Nebraska an, Stimmberechtigte mit Mobilitätsproblemen in einem Wahlbezirk per Shuttle-Dienst zur Wahlurne zu bringen. Er gab Clinton zudem einige Rückendeckung, indem er erklärte, alles Notwendige zu tun, damit Clintons republikanischer Rivalen Donald Trump besiegt werde.

„Ich werde mindestens zehn Leute zu der Wahl bringen, die ansonsten Schwierigkeiten hätten, dorthin zu kommen“, erklärte Buffett zu der Aktion „Drive 2 Vote“. Er habe für den 8. November einen Wagen mit 32 Sitzen reserviert, um die höchste Wahlbeteiligung aller Bezirke der gesamten USA zu erreichen. „Lasst uns Amerika eine Lektion in Staatsbürgerkunde geben“, sagte Buffett.

Nebraska ist einer von zwei US-Staaten, der einige seiner Wahlmänner entsprechend der Resultate innerhalb von Wahlbezirken verteilt. Während der Bundesstaat insgesamt traditionell mehrheitlich für die Republikaner stimmt, gewann Barack Obama 2008 in dem liberaleren, von Clinton am Montag besuchten Wahlbezirk um die Stadt Omaha einen Wahlmann. Die Grenzen zwischen den Wahlbezirken sind seitdem verschoben worden, um den Bezirk weniger demokratisch zu machen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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