Strafzins der SNB: Schweizer Notenbank streicht Milliarde mit Negativzins ein

Strafzins der SNB: Schweizer Notenbank streicht Milliarde mit Negativzins ein

, aktualisiert 24. März 2016, 12:54 Uhr
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Baugerüst in Bern im November 2015: Die Zentralbank verlangt Strafzinsen für Bankeinlagen.

Quelle:Handelsblatt Online

In der Euro-Zone müssen Banken mittlerweile 0,4 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Zentralbank parken. In der Schweiz ist der Strafzins noch höher – und beschert der Schweizerischen Nationalbank hohe Einnahmen.

BernDie Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr mit ihren Strafzinsen für Banken 1,2 Milliarden Franken (1,07 Milliarden Euro) eingenommen. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht der Zentralbank hervor.

Die SNB verlangt von Banken für ihre bei der Notenbank geparkten Einlagen ab einem gewissen Freibetrag eine Gebühr von 0,75 Prozent. Damit will sie Anlagen in Franken unattraktiv machen und die aus ihrer Sicht überbewertete Währung schwächen.

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Die Banken selbst geben die Kosten zum Teil an Großanleger wie Pensionskassen oder Versicherungen weiter – Privatkunden sind bis auf wenige Ausnahmen nicht betroffen. Um möglichst wenig Strafgebühren zu bezahlen, haben sich die Institute im Jahresverlauf zunehmend auch gegenseitig unter die Arme gegriffen und die Gelder so verteilt, dass die Freibeträge der einzelnen Institute möglichst gut ausgeschöpft sind. Die Grenze, ab der die Gebühr fällig wird, bemisst sich am 20-Fachen der Mindestreserve, die die Banken bei der SNB hinterlegen müssen. Von Einlagen von insgesamt 468 Milliarden Franken per Ende 2015 waren 171 Milliarden von den Strafzinsen betroffen.

Auch in der Euro-Zone müssen Banken für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank Zinsen zahlen. Der Satz liegt derzeit bei minus 0,4 Prozent. Geschäftsbanken beklagen dadurch schrumpfende Gewinne und kündigen Gebührenerhöhungen für Endverbraucher an. Strafzinsen verlangen sie von Privatkunden nicht, aber mittlerweile müssen auch zunehmend Großinvestoren und Firmenkunden mit Gebühren rechnen, wenn sie hohe Kontostände aufweisen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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