Streit mit Jagdfeld: Kompletter Vorstand der Signal Iduna soll aussagen

Streit mit Jagdfeld: Kompletter Vorstand der Signal Iduna soll aussagen

, aktualisiert 25. Juni 2017, 16:25 Uhr
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Die Signal Iduna hatte sich an dem Jagdfeld-Fonds beteiligt, der Bau und Betrieb des Adlon finanzieren sollte. In einer ertragsschwachen Phase soll die Versicherung andere Anteilseigner beeinflusst haben.

von Sönke IwersenQuelle:Handelsblatt Online

Der Immobilienunternehmer Jagdfeld darf mit seiner Millionenklage gegen die Iduna neue Hoffnung schöpfen. Der Gerichtstermin für nächste Woche, bei der die Klage abgewiesen werden sollte, ist nun überraschend abgesagt.

DortmundMit seiner Klage gegen die Signal Iduna darf der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld neue Hoffnung schöpfen. Er fordert vom Dortmunder Versicherer 536 Millionen Euro Schadenersatz. Einen Termin für nächste Woche, bei der die Klage am Landgericht Dortmund abgewiesen werden sollte, ist nach Informationen des Handelsblattes (Montagausgabe) nun überraschend abgesagt.

„Beide Seiten, vor allem die Klägerin, haben sich in der Zwischenzeit umfangreich geäußert“, erklärte Gerichtssprecher Thomas Jungkamp dem Handelsblatt. Nun sei eine „umfangreiche Beweisaufnahme beabsichtigt, einschließlich Parteivernehmung des gesamten Vorstandes der Beklagten.“

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Ursprünglich war es die Signal Iduna, die sich geschädigt sah. Vor gut zehn Jahren investierte der Versicherer in einen Immobilienfonds von Jagdfeld, bekannt als Besitzer des Berliner Adlon Hotels. Dann kam die Finanzkrise, 2008 gab es keine Ausschüttungen mehr, 2009 auch nicht. Die Signal Iduna und andere schlossen sich zu einer „Schutzgemeinschaft der Adlon-Anleger“ zusammen, vertreten vom Berliner Anwalt Thomas Fritsch. Der, so Jagdfelds Vorwurf, habe mit einer Rufmordkampagne begonnen, die Jagdfeld zum Betrüger stempeln sollte.

Das Landgericht Dortmund, vor das Jagdfeld deswegen zog, konnte seinen Argumenten bisher kaum folgen. Man werde die Klage wohl abweisen, sagte der Richter vor sechs Monaten und setzte einen vermeintlich letzten Termin an – für Ende Juni. Doch nun wird der Rechtsstreit fortgesetzt. Die Vorladung des gesamten Signal-Iduna-Vorstandes sei aber kein Hinweis auf eine mögliche Höhe des Schadenersatz, sagte Gerichtssprecher Jungkamp. Die Entwicklung zeige lediglich, dass Jagdfelds Argumente, überhaupt Schadenersatz zu fordern, als schlüssig angesehen wurden.

Die Signal Iduna zeigt sich ungerührt. Man habe sich niemals negativ über Jagdfeld geäußert, sagt ein Sprecher dem Handelsblatt. „Die Bemühungen des Gerichts werden endgültig zeigen, dass die Vorwürfe von Herrn Jagdfeld vollkommen haltlos sind.“ Jagdfeld sieht das anders: „Ich bin zuversichtlich, dass die Richter richtig entscheiden, wenn sie einmal alle Fakten gehört haben. Heute ist ein guter Tag.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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