Stromproduktion: Deutschland ist grün

Stromproduktion: Deutschland ist grün

, aktualisiert 16. Mai 2016, 11:47 Uhr
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Deutschland ist grün.

Quelle:Handelsblatt Online

Am Pfingstwochenende könnten die erneuerbaren Energien erstmals komplett den Stromverbrauch in Deutschland gedeckt haben. Der Rekord hat aber seine zum Teil schon fast paradoxen Schattenseiten.

Am Pfingstwochenende könnte Deutschland die Vision von der komplett grünen Stromerzeugung zum ersten Mal erfüllt haben. Nach – bislang vorläufigen Daten – des Think-Tanks Agora Energiewende produzierten die erneuerbaren Energien am Sonntag gegen 14 Uhr genug Strom, um den gesamten Stromverbrauch fast alleine zu decken.

Den Daten zufolge, die der Think-Tank fortlaufend erhebt, speisten Wind- und Solaranlagen, sowie Wasser- und Biomassekraftwerke Strom mit einer Leistung von knapp 47 Gigawatt ins Netz. Der Stromverbrauch war gleichzeitig auf knapp über 47 Gigawatt gesunken. Zum einen war es speziell im Norden, wo viele Windräder stehen windig, und obwohl es nicht sonderlich warm warm, schien in dieser Zeit auf großer Fläche die Sonne. Gleichzeitig ist am Pfingstsonntag aber auch traditionell der Stromverbrauch sehr niedrig. An Pfingsten wurden schon in den vergangenen Jahren regelmäßig Rekorde erzielt.

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Die Zahlen sind allerdings noch vorläufig. Zwar kann Agora zum großen Teil auf stundenscharfe Daten der Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig zurückgreifen. Insbesondere die Angaben zum Stromverbrauch muss der Think-Tank aber zunächst schätzen.

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Daten für den Pfingstsonntag.

Quelle: www.agora-energiewende.de, Stand 16.05.2016, 13:10

Für die Netzbetreiber war der Rekord aber kein Grund zum Jubeln. Weil gleichzeitig fast 8,4 Gigawatt an konventionellen Kraftwerken zur Absicherung von plötzlichen Schwankungen am Netz waren, hatten sie Probleme, für Ausgleich von Stromangebot und -nachfrage zu sorgen – und das Netz zu stabilisieren. Zum einen musste Deutschland im großen Stil Strom ins Ausland exportieren.

Vor allem aber mussten die Netzbetreiber große Verbraucher zum Stromverbrauchen animieren. Diese bekamen sogar Geld dafür, dass sie ihre Produktion anwarfen und Strom verbrauchten. An der EEX wurden in der Mittagszeit deshalb sogar negative Strompreise bezahlt. Um 14 Uhr betrug der Preis am Spotmarkt für eine Megawattstunde Strom minus 35 Euro.

Quelle:  Handelsblatt Online
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