Swiss Re: Naturkatastrophen kommen Versicherer teuer zu stehen

Swiss Re: Naturkatastrophen kommen Versicherer teuer zu stehen

, aktualisiert 29. Juli 2016, 08:52 Uhr
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Der Rückversicherer überraschte die Analysten: Sein Gewinn sank weniger stark als erwartet.

Quelle:Handelsblatt Online

Überschwemmungen, Brände und Erdbeben – rund 350 Millionen Dollar musste der Rückversicherer Swiss Re im zweiten Quartal für Naturkatastrophen zahlen. Der Gewinn sank dennoch weniger stark als befürchtet.

ZürichDen Schweizer Rückversicherer Swiss Re sind Naturkatastrophen im zweiten Quartal teuer zu stehen gekommen. Der Gewinn sank im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 22 Prozent auf 637 Millionen Dollar, wie der Konzern aus Zürich am Freitag mitteilte. Zu Buche schlugen vor allem Zahlungen von rund 350 Millionen Dollar für die Überschwemmungen und Unwetter in Europa, Brände in Kanada und Erdbeben in Japan. Swiss Re übertraf mit dem Quartalsgewinn allerdings die Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Schnitt mit 575 Millionen Dollar Überschuss gerechnet.

In der größten Sparte Schaden-Rückversicherung sackte der Gewinn um 39 Prozent auf 283 Millionen Dollar ab. Der sogenannte Schaden-Kosten-Satz verschlechterte sich um 8,1 Prozentpunkte auf 101,0 Prozent. Das heißt, die Prämieneinnahmen deckten die Zahlungen für Schäden und Verwaltung nicht mehr. Geholfen hat der Nummer zwei der Branche hinter Münchener Rück, dass nicht mehr benötigte Schadenreserven aufgelöst werden konnten.

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Die Prämieneinnahmen steigerte Swiss Re im Zeitraum April bis Juni konzernweit um 14 Prozent auf 8,17 Milliarden Dollar. Wegen des Preisdrucks vor allem im der traditionellen Naturkatastrophen-Rückversicherung forcieren die Schweizer seit einiger Zeit das Geschäft mit maßgeschneiderten Versicherungslösungen für große Kunden. Das schlug sich auch in den Vertragserneuerungen nieder. Vor allem deshalb wuchs das Prämienvolumen in der Juli-Erneuerungsrunde um zehn Prozent gewachsen, wie es hieß. Seit Jahresbeginn stiegen Swiss Re zufolge die Prämien mit großen Spezial-Transaktionen um 76 Prozent, während das traditionelle Geschäft um sieben Prozent zurückging. In der Schaden-Rückversicherung gingen die Preise weiter zurück, weshalb das Unternehmen in bestimmten Naturkatastrophen-Segmenten weniger Geschäft zeichnete, unter für US-Hurrikane. Die Branche leidet darunter, dass aufgrund des Niedrigzinsumfelds viel Kapital zur Verfügung steht und branchenfremde Anbieter wie Hedge- und Pensionsfonds in das Geschäft eingestiegen sind.

Der seit Juli amtierende neue Konzernchef Christian Mumenthaler bekräftigte, dass das Erreichen der Finanzziele oberste Priorität bleibe. Im Schnitt soll das Eigenkapital mindestens sieben Prozent mehr Ertrag abwerfen als zehnjährige US-Staatsanleihen. Aktuell entspräche das einer Eigenkapitalrendite von gut 8,5 Prozent. Im zweiten Quartal waren es 7,2 Prozent. Das Eigenkapital je Aktie soll jährlich um zehn Prozent steigen. Zudem stellt der Konzern aus Zürich seinen Aktionären steigende Dividenden in Aussicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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