Tagesgeld: Hundert Banken bieten 0,0 Prozent

Tagesgeld: Hundert Banken bieten 0,0 Prozent

, aktualisiert 08. April 2016, 10:07 Uhr
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Der durchschnittliche Zins für Tagesgeld fiel zuletzt.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Die Zinsen für Tagesgeld sinken immer weiter. Bei vielen Geldhäusern gibt es gar nichts mehr. Der Großteil bietet maximal 0,05 Prozent, wie eine aktuelle Übersicht zeigt. Einige Häuser bieten aber doch noch mehr.

FrankfurtFür Unternehmen sind negative Einlagezinsen schon üblich. Wenn Firmen und professionelle Anleger wie Fonds und Pensionskassen kurzfristig hohe Summen bei Banken parken, müssen sie Strafzinsen zahlen. Privatanleger bleiben davon verschont – die Geldhäuser betonen zumindest immer wieder, dass sie Strafzinsen für ihre privaten Kunden vermeiden wollen.

Ein Nullzins jedoch ist weit verbreitet. Auf Tagesgeldkonten von fast 100 Kreditinstituten gibt es gar keinen Zinsertrag mehr, wenn Kunden 10.000 Euro anlegen. Das hat das Vergleichsportal Verivox ermittelt.

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Damit ist die Zahl der Geldhäuser, die null Prozent Zinsen auf dem Tagesgeldkonto bieten, binnen Monatsfrist deutlich gestiegen. Anfang März waren es noch 55 Banken, Anfang April schon 96.

Dazu zählt beispielsweise die Commerzbank, die schon seit Mitte Februar auf ihrem Tagesgeldkonto 0,0 Prozent zahlt. Auch bei der genossenschaftlichen GLS Bank gibt es nur noch den Nullzins. Ebenso haben etliche Sparkassen und Volksbanken den Zinssatz mittlerweile auf 0,0 Prozent gesenkt.

Und oft gibt es nur wenig mehr: In fast 300 Fällen liegt der Zins nur minimal über der Nullgrenze, Kunden erhalten 0,01 Prozent pro Jahr. Mehr als 0,05 Prozent zahlt nicht einmal ein Drittel der Geldhäuser. Das Vergleichsportal hat die Angebote von fast 860 Kreditinstituten mit insgesamt knapp 960 Tagesgeldkonten untersucht.

Die Entwicklung zeigt, wie die Branche auf die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert. Die EZB hatte den negativen Einlagenzins Mitte März er erneut gesenkt. Banken müssen nun einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen, wenn sie über Nacht Liquidität bei der Notenbank lassen. Mit dem negativen Einlagenzins will die EZB die Kreditvergabe im Euroraum ankurbeln.


Besonders gering ist der Zins bei Sparkassen

Kein Wunder, dass der durchschnittliche Zins für Tagesgeld zuletzt weiter gefallen ist. Im Schnitt zahlten die Anbieter laut Verivox Ende März noch 0,08 Prozent pro Jahr. Besonders gering ist Zins bei regionalen Häusern, also bei Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken. Sie zahlen für Tagesgeld im Schnitt nur 0,04 Prozent.

Es gibt sie allerdings noch, die spendableren Banken. Ganz oben in der Verivox-Tabelle liegen die PSD Bank Niederbayern-Oberpfalz und die slowakische Postova banka mit je ein Prozent Zinsen. Neukunden bekommen bei der Audi Bank und der Volkswagen Bank für vier Monate je 1,25 Prozent. Der Marktführer bei Tagesgeld, die Direktbank ING-Diba, zahlt neuen Kunden vier Monate lang ein Prozent. Bestandskunden bekommen 0,5 Prozent.

Für Anleger macht es also noch immer einen gewissen Unterschied, wo sie ihr Geld parken, gerade weil die Deutschen das Kontensparen lieben. Knapp 40 Prozent des Geldvermögens privater Haushalte – insgesamt gut zwei Billionen Euro – lagen zuletzt nach Angaben der Deutschen Bundesbank auf Konten und Sparbüchern.

Verivox-Geschäftsführer Ingo Weber, rät Kunden, einen Blick auf Festgeld zu werfen. Es lohne sich „für sicherheitsbewusste Sparer, das Geld bis zu zwei Jahre fest anzulegen – mit 1,4 bis 1,9 Prozent Rendite bei den besten Festgeldern“, so Weber. Das Risiko sei vertretbar, einen Zinsanstieg erwarte Verivox bis Anfang 2017 nicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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