Tarifkonflikt: Den Reisebankern reißt der Geduldsfaden

Tarifkonflikt: Den Reisebankern reißt der Geduldsfaden

, aktualisiert 25. April 2016, 19:28 Uhr
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Vor dem Abflug noch schnell ein paar Devisen tauschen. Wer das am Montag am Frankfurter Flughafen vorhatte, wurde enttäuscht: Ab elf Uhr wurde die Filiale der Reisebank im Abflugterminal von der Gewerkschaft Verdi bestreikt.

von Michael BrächerQuelle:Handelsblatt Online

Mitarbeiter der Reisebank legten am Montag bei ihrem ersten Tarifstreik seit mindestens 15 Jahren die Arbeit nieder. Der Grund: Die Bank verdient prächtig, aber die Beschäftigen profitieren davon kaum.

FrankfurtWer am Montag vor dem Abflug am Frankfurter Flughafen noch schnell zur Reisebank wollte, um sich mit Devisen einzudecken, der hatte Pech: Ab elf Uhr wurde die Filiale im Abflugterminal von der Gewerkschaft Verdi bestreikt. Betroffen von dem Arbeitskampf waren nicht nur mehrere Geschäftsstellen am Frankfurter Airport, sondern auch am Flughafen Köln-Bonn sowie an den Bahnhöfen von Köln und Hamburg.

Mit dem Streik wollen die Mitarbeiter die Reisebank dazu bringen, ihr Tarifangebot zu verbessern. „Die Beschäftigten der Reisebank verdienen eine gerechte Entlohnung für ihren Einsatz, zumal sich die Bank einer hervorragenden wirtschaftlichen Lage befindet“, sagt Verdi- Gewerkschaftssekretär Timo Elpelt.

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So habe die Bank im vergangenen Jahr unterm Strich rund 13,7 Millionen Euro Gewinn erzielt. Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent und einen tariflich abgesicherten Bonus für alle Beschäftigten. „Dass die Reisebank mit ihrem Angebot unter dem letzten Tarifabschluss bleibt, ist für uns nicht akzeptabel“, pflichtet Verdi-Gewerkschaftssekretär Mark Roach bei. In der letzten Tarifrunde hatte die Bank die Gehälter für 2014 und 2015 um jeweils gut zwei Prozent erhöht.

Die Tarifverhandlungen gehen am Dienstag in die nächste Runde. Ein Sprecher der Reisebank bestätigte die Streikmaßnahmen, wollte den Vorgang mit Blick auf die laufenden Verhandlungen aber nicht weiter kommentieren. Die Reisebank entstand als 1996 als Ausgliederung aus der damaligen Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank. Heute gehört sie zur genossenschaftlichen DZ-Bank und beschäftigt rund 550 Mitarbeiter. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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