Max-Planck-Gesellschaft Berliner Flughafen Tempelhof könnte Technik-Museum der Zukunft werden

Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, will den Berliner Flughafen zum Technologiezentrum umbauen. Die Chancen dafür sind besser denn je.

Zwei Frauen machen eine Bild vergrößern Zwei Frauen machen eine Schneeballschlacht auf der künstlichen Schneerampe auf dem früheren Flughafen Tempelhof in Berlin. REUTERS

Die Deutschen und die Technik – ein schwieriges Kapitel, findet Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, die 76 Forschungsinstitute unterhält.

„Die Deutschen exportieren High-Tech-Produkte in alle Welt. Wenn es aber um neue Technologien geht, ist die Mehrheit skeptisch“, sagt Gruss. Ursache dafür sei vor allem „mangelndes Wissen in den Naturwissenschaften“.

Darum fordert er den Bau eines Wissenschaftszentrums von überregionaler Bedeutung, das neue Technologien publikumswirksam präsentiert. Es solle, sagt Gruss, seinen Blick mehr in die Zukunft richten als etwa das Deutsche Museum in München. Ziel sei es, den Menschen zu zeigen, wie Wissenschaft und Technik ihr Leben verändern werden – positiv wie negativ.

Die Chancen für solch ein Projekt sind so gut wie nie: Die neue schwarz-gelbe Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Bau eines "Hauses der Zukunft" verpflichtet, „in dem sich Deutschland als Wissensgesellschaft und Innovationstreiber präsentiert“.

Wo es stehen soll, sagen die Koalitionäre allerdings nicht.

Finanzieren soll das Tempelhof-Projekt nicht nur der Staat, sondern auch die Wirtschaft

Max-Planck-Präsident Gruss schlägt dafür den stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof vor.

Erst 40 Prozent des Gebäudes sind vermietet. Rund 80.000 Quadratmeter seien noch frei, teilt die für Tempelhof zuständige Gesellschaft Berliner Immobilienmanagement mit.

Als Exponate schweben Gruss begehbare Körperzellen vor, in denen man erleben kann, wie Proteine funktionieren, oder eine Show, in der neueste Erkenntnisse zum Urknall gezeigt werden. Auch die Mobilität der Zukunft müsse eine wichtige Rolle spielen.

Finanzieren soll das Tempelhof-Projekt nicht nur der Staat, sondern auch die Wirtschaft. Mögliche Partner und vor allem verantwortliche Politiker spricht Gruss gerade an.

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