Einkaufstour Murdoch übernimmt Mehrheit an Jamba
12.09.2006 Jetzt kommentieren! 1 (1) Legende- Druckversion
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Rupert Murdochs Medienkonzern News Corporation übernimmt für rund 188 Millionen Dollar die Mehrheit am deutschen Klingeltonanbieter Jamba. News Corp. kauft 51 Prozent der Anteile vom bisherigen Alleingesellschafter VeriSign. Murdoch will mit dem Erwerb einen führenden Anbieter von Handy-Unterhaltungsdiensten formen.
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Jamba-Geschäftsführer Markus Berger-de Leon hat einen neuen Mehrheitseigentümer: Die News Corp. von Rupert Murdoch, Foto: dpa
Das Berliner Unternehmen gehöre künftig zu Murdochs Konzernsparte Fox Mobile Entertainment, teilten News Corp. und der bisherige Jamba-Alleingesellschafter VeriSign heute in den USA mit. Die Beteiligung belaufe sich auf 51 Prozent, ergänzte Jamba-Geschäftsführer Markus Berger-de Leon.
Damit solle ein führender Anbieter von Musik, Videos und anderen Unterhaltungsdiensten für Handys entstehen. Unter anderem seien Videoclips für Mobiltelefone mit den Figuren der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ geplant, die in den USA von Murdochs Fernsehsender Fox ausgestrahlt wird. Eine enge Zusammenarbeit sei mit Murdochs Internet-Kontaktbörse MySpace.com vorgesehen.
„Der Mobilfunk bietet uns eine herausragende Gelegenheit, Milliarden Handybenutzer mit unseren Inhalten zu erreichen“, erläuterte News-Corp.-Chef Peter Chernin. Jamba ist den Angaben zufolge bisher in 30 Ländern vertreten. Zwar solle Jambas Markenname erhalten bleiben, geplant sei aber eine Verschmelzung von Jamba mit dem Videoclip-Anbieter Mobizzo von News Corp. Das profitable Unternehmen Jamba werde Verluste von Murdochs Handy-Unterhaltungsdienst Mobizzo ausgleichen, berichtete das „Wall Street Journal“.
Die im Jahr 2000 von den Brüdern Samwer in Berlin gegründete Firma Jamba vertreibt Klingeltöne, Handy-Spiele und andere mobile Inhalte. 2004 wurde das Unternehmen von der amerikanischen Telekom- und Dienstleistungsfirma VeriSign für 273 Millionen Dollar übernommen. Die Jamba GmbH beschäftigt nach eigenen Angaben rund 550 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 527 Millionen Dollar.
Zukünftig werde Jamba exklusive Inhalte wie „Die Simpsons“ vertreiben und Inhalte auch über die Internet-Plattform „MySpace Mobile Store“ anbieten. Nach der Übernahme von Murdochs Medienkonzern soll die Marke Jamba sowohl auf dem US-Markt als auch weltweit erhalten bleiben, hieß es. Der Abschluss der Zusammenführung ist bis Jahresende geplant, vorbehaltlich der Entscheidung der Regulierungsbehörde und der Einigung in allen Vertragsfragen.
Der Deal dürfte für beide Seiten Gewinne bringen: Jamba, das in den USA unter dem Namen "Jamster" firmiert, werde News Corp. in einen bedeutenden Akteur am Markt für mobile Inhalte verwandeln, berichtete das Wall Street Journal.
Für Jamba ergebe sich die Chance, Inhalte auch über die Internet-Kontaktbörse MySpace.com anzubieten, die ebenfalls zur News Corp. gehört.
Das fusionierte Unternehmen könne auf eine breite Palette an Inhalten zurückgreifen, so das WSJ. Zu den Anfangsangeboten werden Ringtones, Wallpapers und kurze Clips aus der Cartoon-Serie "Die Simpsons" zählen, die ab nächsten Jahr für eine noch nicht festgelegte monatliche Abo-Gebühr bezogen werden können.
In den letzten Monaten hat die News Corp. im großen Stil bei Internet-Unternehmen zugekauft. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten hat er mit seinen Aquisitionen auch schon ordentlich Kasse gemacht. Vor einem Jahr legte die News Corp. 580 Millionen Dollar auf den Tisch, um die Internet-Kontaktbörse MySpace.com zu erwerben. MySpace ist besonders in den USA als sogenannte "social networking" Site beliebt und zählt weltweit zu einer der größten Internet-Gemeinschaften.
Vor wenigen Wochen gab der Suchmaschinenbetreiber Google bekannt, dass er bis 2010 rund 900 Millionen Dollar in Werbung auf MySpace.com investieren wolle. Die Ankündigung war wohl ein gutes Geschäft für die in New York ansässige News Corp., die unter anderem auch den Nachrichtensender "Fox News" betreibt.
Der Chef von News Corp., Rupert Murdoch, hat im vergangenen Jahr wiederholt angekündigt, sich stärker mit dem Thema Internet auseinanderzusetzen. Bisher hat er seinen Worten auch handfeste Taten folgen lassen. Deshalb wird der Einkauf bei Jamba kaum Murdochs letzter Internet-Schachzug bleiben.
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