Zukunftstechnologien Was kommt nach LCD und Plasma?
27.08.2008 Jetzt kommentieren! 4,1 (9) Legende- Druckversion
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Noch sind LCD- und Plasmafernseher Stand der Technik, doch die ersten Nachfolgetechnologien sind marktreif.
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Mediencenter von Loewe
Alle Geheimniskrämerei hat nichts genutzt. Unter Experten gilt es als ausgemacht, dass Sony am Donnerstag dieser Woche in Berlin einen serienreifen Flachbildfernseher präsentierten wird, dessen Bildschirm nicht mehr auf den etablierten Technologien LCD oder Plasma basiert. Sonys Wette auf die TV-Zukunft hört auf das Kürzel OLED. Der Begriff steht für Organic Light Emitting Diode – einen extrem flexiblen Leuchtkörper, der nur wenige Millimeter dick und sehr preiswert in der Herstellung ist und obendrein nur halb so viel Strom frisst wie heutige Flachbildschirme. Sein Geheimnis ist die Kombination eines speziellen Kunststoffs mit zwei hauchdünnen Lagen Metall. Sobald Strom hindurchfließt, erstrahlt die Diode in der Farbe des verwendeten Kunststoffs. Durch die Kombination Hunderttausender OLED-Punkte in den Grundfarben Rot, Gelb und Blau entstehen die TV-Bilder. Der Farbwechsel erfolgt bis zu 2000-fach schneller als bei LCD-Monitoren.
Die OLED-Displays sind so flexibel, dass sie auf Folie gedruckt und als elektronisches Papier oder Bildschirm-Tapete genutzt, ja sogar in Kleidungsstücke integriert werden können. Damit lassen sich theoretisch sogar OLED-Fernseher von weniger als einem Zentimeter Stärke konstruieren. Da die Dioden selbst leuchten, kommt die Technologie ohne Hintergrundbeleuchtung aus. Zudem ist sie sehr kontraststark. Einziger Schwachpunkt: Bislang hielten die neuen Super-Dioden nur wenige Jahre. Aus diesem Grund wurden sie zunächst nur in einigen Handydisplays und den Bildschirmchen mancher MP3-Spieler eingebaut. Wie sie das Manko der Kurzlebigkeit überwunden haben, werden Sonys Ingenieure sicher in Berlin verraten.
Laser-TV als weitere Alternative
Mitsubishi arbeitet derweil mit dem Laser-TV an einer weiteren Alternative. Anders als bei LCD-, Plasma- oder OLED-Geräten, bei denen das Display leuchtet, wird hier das Bild auf die Mattscheibe projiziert. Mit den verschwommenen, lichtschwachen Bildern früherer Rückprojektions-Geräte haben die Laser-Fernseher nichts mehr gemein. Im Gegenteil: Die von drei Laserstrahlen über Spiegel und Linsen auf die Frontscheibe gespielten Aufnahmen haben eine wesentlich größere Farbtiefe und -vielfalt als die Bilder heutiger Geräte.
Dabei sollen die Laser-Monitore – trotz der aufwendigen Bauweise – nicht mehr wesentlich tiefer sein als herkömmliche LCD-Fernseher. Die Technik wurde von dem einstigen deutschen TV-Geräte-Hersteller Schneider erfunden. Der Laser-Fernseher, den das Unternehmen schon vor 15 Jahren auf der IFA vorstellte, erlangte jedoch nie Marktreife. Denn das Unternehmen aus Türkheim ging 2002 in die Insolvenz. Nun aber wollen die Mitsubishi-Techniker alle technischen Probleme gelöst haben. Zumindest in den USA sollen die ersten Laser-Fernseher zum Weihnachtsgeschäft in den Handel kommen.
Noch völlig ungewiss ist derzeit, ob und wann die dritte gegenwärtig diskutierte Bildschirm-Zukunftstechnologie mit dem Kürzel SED den Markt erreicht. Die von Canon und Toshiba entwickelten Monitore heißen im Techniker-Jargon „Surface-conduction Electron-Emitter Display“. Sie sind eine Art Zwitter aus den altmodischen Röhrenmonitoren und modernen Flachbildschirmen. Im Prinzip arbeitet jeder einzelne Bildpunkt wie eine eigene mikroskopisch kleine Bildröhre. Ihr Elektronenstrahl bringt das farbige Pixel zum Leuchten.
Damit entfällt auch hier die energieintensive Hintergrundbeleuchtung, was den Stromverbrauch um 50 Prozent senken soll. Zudem ist der Kontrast stärker, weil auf schwarzen Bildflächen der Elektronenstrahl ausgeschaltet wird und der Bildpunkt erlischt. Dass SED-Geräte trotz wiederholter Ankündigung bis heute nicht zu kaufen sind, liegt aber nicht nur an der komplexen Technik. Nach jahrelangem Streit über Entwicklung und Strategie hat sich Miterfinder Toshiba im Frühjahr aus dem SED-Joint-Venture verabschiedet. Nun forscht Canon alleine.
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