Technologie-Festival SXSW: Das Woodstock der Technologie

Technologie-Festival SXSW: Das Woodstock der Technologie

, aktualisiert 11. März 2016, 18:31 Uhr
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Auf dem Technologiefestival in Austin wurde einst auch der Kurznachrichtendienst Twitter entdeckt.

von Astrid DörnerQuelle:Handelsblatt Online

Das Technologiefestival „South by South West“ in Austin beginnt diesen Freitag – und die Botschaft ist klar: Ohne Technologie geht gar nichts mehr. Das weiß auch Präsident Barack Obama. Was ihn in Texas erwartet.

AustinEs ist genau 30 Jahre her, als ein kleines Musikfestival mit dem Namen „South by Southwest“ ein paar Hundert Besucher nach Austin lockte. Die Stadt im US-Bundesstaat Texas ist für ihre Musik-Kneipen und ihre bunten Cafés bekannt. Wer in Austin lebt, weiß, wie man gute Partys feiert. Das Festival hat über die Jahre immer mehr Besucher angezogen, nahm neben Musik auch Filme und Technologie ins Programm auf, und ist heute eines der wichtigsten Treffen für Technologie und Kultur überhaupt.

Mehr als 80.000 Besucher werden ab Freitag in die Stadt strömen, die gut eine Million Einwohner zählt. Hier werden Innovationen präsentiert, die in ein paar Jahren eine breite Masse erreichen werden. Hier werden Deals geschlossen und Kontakte geknüpft. Auch der Kurznachrichtendienst Twitter wurde einst auf diesem Festival entdeckt.

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Wie wichtig das Festival für die Innovationskraft des Landes geworden ist, zeigt ein Blick auf die erste große Keynote-Rede des Tages: US-Präsident Barack Obama kommt nach Austin, um über die Bedeutung von Innovationen zu sprechen, und Tech-Talente für gesellschaftliches Engagement zu begeistern. First Lady Michelle wird ein paar Tage später eine Rede halten. Es ist das erste Mal, dass ein Präsident die Messe besucht. Doch der Zeitpunkt könnte kaum besser sein: Das Jubiläumsjahr der SXSW ist auch ein Wahlkampfjahr, in dem Technologie so wichtig ist für die Jagd nach Wählerstimmen wie nie zuvor.

Politik ist eines der großen Themen in Austin. „Robo-Präsident: Politik in einer algorithmischen Welt“ heißt ein Panel, bei dem Experten der Microsoft-Ideenschmiede Fuse Labs mit Wissenschaftlern diskutieren, wie sich intelligente Computersysteme auf die Gesellschaft und die Wahlen auswirken. Bei „Big Data wird den nächsten Präsidenten wählen“ geht es um die Taktik, via Facebook, Twitter und andere Kanäle so viele Informationen über die Wähler zu sammeln wie möglich. Eine Strategie, die sich Hillary Clinton, die Spitzenkandidatin der Demokraten, ebenso zu Eigen macht wie der Republikaner Ted Cruz.


Wie verändert die neue digitale Realität die Modeindustrie?

Neben Politik wird es zum ersten Mal auch einen Schwerpunkt zu den Technologien um Augmented Reality und Virtual Reality geben. Immer mehr Unternehmen tüfteln an Wegen, die Nutzer mit Brillen oder dem Smartphone in neue Realitäten tauchen zu lassen. Branchenkennern zufolge wird sich daraus schon bald eine milliardenschwere Industrie entwickeln. Ein wichtiger Aspekt dabei: Wie wird die neue digitale Realität die Modeindustrie und die Einzelhändler verändern?

Immer größer wird das Interesse auch an neuen Technologien, die die menschliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit verbessern. In „Bioelektronik und die Zukunft der Medizin“ geht es um winzige Implantate, die Diabetes oder Arthritis behandeln können, und dabei nur so groß sind wie ein Reiskorn.

„Pimp by Brain“ dagegen ist ein Crashkurs, um das Gehirn dank neuer neurowissenschaftlicher Erkenntnisse zu Höchstleistungen an zu treiben. Wenn man schon Computerprogramme, Arbeitsabläufe und Strategien optimiert – so das Motto – warum dann nicht auch gleich den Menschen? Der frühere buddhistische Mönch Andy Puddicombe spricht über „Warum Glücklichsein so schwierig ist“ und verrät, wie die ständig unter Strom stehenden Programmierer gelassener werden können. Puddicombe ist auch der Gründer der Meditations-App „Headspace“, die Nutzer wahlweise Kreativität, Fokus oder Großzügigkeit trainieren lässt.

Doch auch unangenehme Themen kommen zur Sprache – wie etwa der Dauerbrenner Sexismus in der Tech-Szene. Seit Jahren versuchen sowohl die großen Technologie-Konzerne wie Apple, Google und Facebook als auch kleinere Unternehmen ihren Frauenanteil zu erhöhen. Einige Tech-Unternehmen waren in den vergangenen Monaten mit großzügigen Elternzeit-Programmen vorgeprescht. Doch, soviel ist bereits sicher, es bleibt noch viel zu tun.

Quelle:  Handelsblatt Online
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