3-D-Fernsehen: Einheitsbrille für TV-Zuschauer

3-D-Fernsehen: Einheitsbrille für TV-Zuschauer

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Nicht alle 3-D-Shutterbrillen funktionieren anbieterübergreifend

von Thomas Kuhn

Wer im Fernsehen 3-D-Filme sehen will braucht eine Brille - aber welche? Noch vor Jahresfrist passte nicht jede Brille zu jedem Fernseher. Doch mit der Vielfalt ist nun Schluss - jetzt kommt die Einheitsbrille.

Noch vor Jahresfrist pflegte auf der IFA jeder Produzent von 3-D-Fernsehern sein eigenes technisches Gärtchen. Zwar setzten alle Branchengrößen - von Panasonic über Samsung bis Sony - gleichermaßen auf elektronische, sogenannte Shutter-Brillen. Die schalten, per Infrarotbefehl vom Fernseher gesteuert, abwechselnd das linke und rechte Auge dunkel. Das sorgt dafür, dass beide nur die jeweils für sie bestimmten Bilder sehen und damit im Gehirn ein räumlicher Bildeindruck entsteht.  

Doch so einig sich die Riesen beim Prinzip waren, so zerstritten waren sie in seiner Umsetzung. Mit dem Ergebnis, dass Brillen eines Anbieters in der Regel nicht mit 3-D-Fernsehern eines anderen funktionierten. Wer eines der oft 100 Euro und mehr teuren Geräte zu Freunden mitnehmen und dort gemeinsam einen 3-D-Film schauen wollte, musste darauf setzen, dass die einen Großbild-Monitor des gleichen Herstellers besitzen - oder auf den räumlichen Bildgenuss verzichten. 

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Das soll sich nun ändern. Getrieben durch die Konkurrenz, die auf einfachere, billigere Brillen mit Polarisationsfilter setzt, hat sich die Shutter-Fraktion im Vorfeld der diesjährigen IFA auf einheitliche technische Standards für ihre Brillen geeinigt. Das macht die Elektronikbrillen nicht nur im Gebrauch flexibler sondern auf Dauer wohl auch billiger. Schließlich können die Zulieferer nun deutlich größere Chargen von Standardbrillen produzieren als die bisher nur geringen Stückzahlen der herstellerspezifischen Modelle. 

Vereint sind die Shutter-Verfechter, allen voran Panasonic, Samsung und Sony sowie der Technikspezialist X6D Limited, in der neuen "Full HD 3D Glasses Initiative", die nicht nur die finalen technischen Details ausarbeiten sondern in einem zweiten Schritt auch die Technik für Brillenhersteller und andere Monitorproduzenten lizenzieren soll. Unmittelbar zu IFA-Beginn haben nun auch Sharp und TLC sowie Philips und Toshiba angekündigt, dass sie die Initiative unterstützen wollen.  

Das ist insbesondere bei Philips und Toshiba bemerkenswert, als diese zum einen vor der Messe auch schon 3-D-Fernseher angekündigt haben, die auf das konkurrierende Polarisationsverfahren setzen. Toshiba will zudem auf der IFA auch noch neue Monitor-Typen präsentieren, die ganz ohne Brille 3-D-Bilder und -Videos darstellen können. Ob  und wann die allerdings in Europa auf den Markt kommen, ist noch offen. 

Unterdessen soll der neue technische Standard bei den Shutterbrillen nicht nur die Kompatibilität der Gläser ermöglichen , sondern auch für einen Qualitätssprung bei den Brillen sorgen. Denn unter anderem sieht die Initiative vor, dass die Brillen in Zukunft nicht mehr durch die störanfälligen Infrarotsender gesteuert werden. Statt dessen sollen die Shutter auf Funkbefehle reagieren, die per Bluetooth übermittelt werden. Daneben sollen schnellere Schaltzeiten dafür sorgen, dass weniger so genannte Geisterbilder auftreten, die den 3-D-Genuss stören können, wenn der Betrachter den Kopf vor dem Bidlschirm schnell zur Seite dreht. 

Läuft alles nach Plan, sollen die ersten 3-D-Shutter der neuen Generation 2012 in die Läden kommen und dann auch mit TV-Geräten des 2011er Baujahres noch funktionieren. Ältere 3-D-Fernseher aber werden soweit das bisher absehbar ist aber wohl nicht mehr unterstützt. 

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