5. November: Der Tag der anonymen Hacker

5. November: Der Tag der anonymen Hacker

, aktualisiert 04. November 2011, 17:24 Uhr
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Demonstranten mit Guy-Fawkes-Masken in Frankfurt.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Guy Fawkes Day am 5. November ist der Feiertag von Internetaktivisten und Bankengegnern. Die Hackergruppe Anonymous will ihn nutzen, um mit Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. Doch keiner weiß, was genau droht.

Was passieren wird, kann niemand sagen. Nicht einmal die Initiatoren. Nur einer Sache sind sie sich sicher: „Sie werden den fünften November nicht vergessen.“ Die Drohung richtet sich gegen Banken. Ausgesprochen hat sie Anonymous.

Die Gruppe von Internetaktivisten hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Sie strafte Unternehmen wie Paypal, Visa und MasterCard ab, nachdem sie der Enthüllungsplattform Wikileaks ihre Dienste entzogen hatten, indem sie ihre Internetseiten lahmgelegte. Sie hackte Sony, hielt digitale Kommunikationswege während des Arabischen Frühlings offen, beunruhigt internetkritische Regierungen und ist stark in der weltweiten Occupy-Bewegung involviert.

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Unterstützer und Mitglieder haben ein Erkennungszeichen. Sie tragen in der Öffentlichkeit gerne eine Maske, die den englischen Schießpulverexperten Guy Fawkes darstellen soll. Er hatte am 5. November 1605 versucht, König James I. bei der Eröffnung des Parlaments mit mehreren Tonnen Sprengstoff in die Luft zu jagen. Der Plan ging nicht auf, dennoch wird dieser Tag in England jedes Jahr mit Feuerwerk gefeiert.

Anonymous will den Tag nutzen, um ihrer Bewegung mehr Aufmerksamkeit zu verleihen. So haben sie etwa den weltweiten Geld-Transfer-Tag ausgerufen. So viele Unterstützer wie möglich sollen sich von großen Banken lossagen und ihr Geld an kleinere Genossenschafts- oder Volksbanken überweisen. Diese Banken haben besonders in den USA derzeit starken Zulauf. 650.000 Personen haben, laut der Agentur Reuters, seit Ende September ein neues Konto bei einer Genossenschaftsbank eröffnet. Der Ansturm begann, als bekannt wurde, dass die Bank of America fünf Dollar monatliche Gebühr für Debitkarten einführen möchte – und ist nicht gänzlich auf die Occupy-Bewegung zurückzuführen. 


Weltweite "Operation Cashback"

Die „Operation Cashback“ ist nicht die einzige Aktion, die Anonymous anlässlich des Guy Fawkes Day angekündigt hat. Unter anderem soll gegen Facebook und den US-Sender Fox News vorgegangen werden. Auch mexikanische Drogenkartelle standen kurzeitig im Visier. Es gibt Aufrufe zu Flashmobs und Demonstrationen: In Frankfurt wollen sich Aktivisten am Rathenauplatz treffen, in Dortmund soll um 15.30 Uhr in der Nähe des Hauptbahnhofs der Ausgangspunkt eines „Papiersturms“ sein, bei dem hunderte Flugblätter unter die Leute gebracht werden sollen. In London wurde zur „Nacht der tausend Masken“ aufgerufen.

Welche Aktionen tatsächlich durchgeführt werden, und mit welchem Erfolg, lässt sich schwer sagen. Anonymous hat keine zentrale Organisation. Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann an einer Aktion teilnehmen, wird so Teil der Gruppe und kann auch in deren Namen sprechen. Allein auf Twitter gibt es zahlreiche Profile, die sich mehr oder weniger offen als Anonymous ausgeben. Sie heißen Anonops, Anonymous_200 oder j4rKill und haben teilweise zehntausende Follower.

Doch auch wenn sich ihre Motivationen ähneln, sind sich die „Hacktivisten“ bei der Auswahl ihrer Ziele nicht immer einig. Die bereits im August ausgerufene „Operation Facebook“ wurde etwa nur Tage nach ihrer Verkündung von anderen Anonymous dementiert. Ein Mitglied kündigte dennoch am Freitag in der „taz“ an, die Aktion werde durchgeführt. Auf Twitter versuchten wiederum andere den Spekulationen über einen möglichen Angriff ein Ende zu setzen und betonten, es werde nicht dazu kommen. Facebook reagierte gelassen auf die Ankündigung. „Wir erwarten einen möglichen Angriff von Anonymous genauso, wie wir andere Angriffe an jedem anderen Tag erwarten“, erklärte das Unternehmen in einem Facebook-Eintrag.

Auf Facebook selber stellte eine der dortigen Anonymous-Fanseiten die Frage, ob Facebook vernichtet werden soll. 18.526 antworteten mit Ja, 45.716 mit Nein.

Quelle:  Handelsblatt Online
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