Achterbahnen: Himmel und Hölle - Seite 4

Achterbahnen: Himmel und Hölle

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Der Einsatz des Rechners erleichtert nicht nur die Planung der Achterbahn, er ermöglicht auch eine zuvor nicht gekannte Fertigungsqualität. „Die Zeiten sind vorbei, in denen Monteure die Elemente beim Zusammenbau der Schienen noch mit Gasbrennern nachbearbeiten und Kettenzüge zurechtziehen mussten, bis alles passte“, sagt Maurer-Söhne-Geschäftsführer Beutler. In der Fertigungshalle zeigt er stolz auf ein elektronisches Messgerät, das die bis zu zwölf Meter langen Schienenmodule vor dem Verschweißen optisch abtastet. „Mithilfe dieses Lasersystems können wir die Maße der Bauteile exakt mit den Vorgaben aus dem Computer abgleichen.“ Stimmen die Werte nicht überein, werden die Module vor dem Zusammenfügen nochmals nachbearbeitet. Die neue Fertigungstechnik, die auch bei der Spaßmanufaktur Mack-Rides in Waldkirch zum Einsatz kommt, spart Zeit und Geld: „Wir können auf diese Weise sicher sein, dass alle Teile passen“, freut sich Michael Mack, Mitglied der Geschäftsleitung in dem Familienbetrieb, der seit mehr als 225 Jahren Fahrgeschäfte konstruiert. In der Vergangenheit mussten die Badener die Bahnen vor dem Ausliefern zur Probe auf dem Firmengelände vormontieren. „Früher vergingen zwölf Monate zwischen Bestellung und Aufbau der fertigen Bahnen“, sagt Mack. „Heute dauert es zum Teil nicht einmal sieben Monate vom ersten Entwurf bis zur Inbetriebnahme.“ Auch die Fahrgäste profitieren. Dank der höheren Genauigkeit gleiten die Wagen heute weitgehend ruckelfrei über die Strecke. Mit dem, was die Branche früher ironisch „organisiertes Erbrechen“ nannte, haben heutige Bahnen nichts mehr zu tun. Das soll helfen, auch weniger tollkühne Kunden anzulocken. Seit dem Frühjahr fährt im ebenfalls von den Macks betriebenen Europa-Park in Rust die Pegasus-Bahn, speziell konzipiert für Familien. Sie erzeugt Nervenkitzel ohne die üblichen Luftschrauben und Loopings, dafür mit extrem engen Kurven. Roland Mack, geschäftsführender Gesellschafter des Parks: „Wir haben Streckenführung und Wagen so ausgelegt, dass sowohl vierjährige Kinder als auch deren Eltern ihren Spaß haben.“ Aber auch wer den extremen Adrenalin-Kick sucht, wird von den Achterbahnherstellern weiter bedient. „Meine Knie fühlen sich wie Pudding an“, ächzt Studentin Carmen Porschen nach ihrer Erstfahrt in der schwarzen Mamba im Phantasialand. Trotzdem stellt sie sich gleich für eine weitere Fahrt an – Rollercoaster machen offenbar süchtig. Kopfüber rasen: Die spektakulärsten neuen Achterbahnen in Europa. Mehr Informationen zu den aktuellen Trends bei Achterbahnen: www.wiwo.de/coaster.

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