Amazons Kindle 2: Elektronische Bücher als Retter von Zeitungen und Verlagen?

Amazons Kindle 2: Elektronische Bücher als Retter von Zeitungen und Verlagen?

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Der bekannte US-Schriftsteller Stephen King, weltweit bekannt durch seine Gruselromane, mit dem neuen Amazon Kindle 2

Mit Amazons Kindle 2 kommt eine neue Generation elektronischer Bücher auf den Markt. Sie sollen das Verlagsgeschäft beleben und die Zeitung retten.

Der Job bei einer der besten Adressen Manhattans war gut bezahlt und spannend. Trotzdem kündigte Jeff Bezos beim Hedgefonds D. E. Shaw, wo er für die Suche nach Internet-Geschäftsmodellen zuständig war und machte sich mit seiner Idee selbstständig: Es müsste doch viel einfacher sein, Bücher über das Internet zu verkaufen und zu verschicken, als sie umständlich über Zwischenhändler und Buchläden zu vertreiben. Das war 1994 – und ein genialer Einfall: Heute setzt Bezos’ Gründung, der Online-Riese Amazon, mit dem Verkauf von Büchern, aber auch Musik und Elektronikwaren, im Jahr rund 15 Milliarden Dollar um.

An einer anderen Idee hingegen beißt sich der Milliardär seit 15 Jahren die Zähne aus. Bezos hat den Ehrgeiz, bei Büchern auch den Versand einzusparen. Statt des gedruckten Werks sollen die Kunden die Werke komplett elektronisch geliefert bekommen. Doch die elektronischen Buchverkäufe blieben lange hinter den Erwartungen zurück: Die Kunden bevorzugten Literatur in gedruckter und gebundener Form.

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Doch die Zeiten ändern sich. Inzwischen boomt das Geschäft mit elektronischen Büchern. Während der Absatz gedruckter Bände in den USA jährlich nur noch um etwa ein Prozent wächst, verzeichnen elektronische Bücher Zuwächse von über 50 Prozent. Noch ist der Markt überschaubar: In Nordamerika wurden im vergangenen Jahr rund 46 Millionen Dollar mit E-Books umgesetzt – gegenüber 38 Milliarden Dollar der Buchbranche insgesamt. Und Bezos ist überzeugt, das digitale Geschäft noch kräftig ausbauen zu können. Mittel zum Zweck ist sein elektronisches Lesegerät namens Kindle, auf den sich Lesestoff aus dem Internet per Funkverbindung herunterladen lässt.

Mit weit aufgerissenen Augen verkündete Internet-Pionier Bezos vergangenen Montag in der New Yorker Morgan Library seine Vision: „Wir wollen jedes Buch in jeder Sprache weltweit in weniger als 60 Sekunden verfügbar machen.“

Der Ort der Verkündung – die vom New Yorker Finanzmagnaten J.P. Morgan gegründete Bibliothek – war mit Bedacht gewählt. Bezos liebt Bücher. Er will sie nicht zerstören. Aber warum müssen sie auf Papier gedruckt werden? Bücher, doziert er, hätten die wunderbare Eigenschaft, bei der Lektüre „einfach zu verschwinden. Man achtet nicht mehr auf den Einband oder das Papier, sondern taucht in die Handlung ein“. Wenn Papier im Geiste verschwinden kann – warum nicht auch ein Computer?

Diesen magischen Akt soll der Kindle leisten, dessen zweite Auflage ab 24. Februar für 359 Dollar in den USA verkauft wird. Ein Team von Spitzendesignern, die Amazon unter anderem bei Frogdesign abwarb, hat ihn komplett überarbeitet. Mit neun Millimetern ist die Neuauflage nur noch halb so dick wie der Vorgänger, und sie liegt deutlich besser in der Hand. Statt bisher 256 Megabyte fasst der Textspeicher nun zwei Gigabyte Platz. Das soll für 1500 Bücher reichen. Neu ist eine Funktion, mit der sich Lesegeräte miteinander synchronisieren lassen – so werden im Zeitalter der E-Books Bücher verliehen.

Auch bei der Schriftdarstellung legte Amazon nach. 16 statt 4 Graustufen sorgen nun für leichte Lesbarkeit. Dank verbesserten Akkus läuft der Kindle nun angeblich bis zu zwei Wochen lange, eher das Display schwarz wird. Vorausgesetzt, das integrierte Funkmodem ist ausgeschaltet. Über dieses Modul können in Minutenschnelle Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Blogs direkt heruntergeladen werden, ohne Umweg über einen zwischengeschalteten Computer.

Das begeistert die Nutzer: Seit seiner Premiere im November 2007 ist der Kindle in den USA ausverkauft – danach wurden keine mehr nachproduziert. „Wir haben die Nachfrage schlicht unterschätzt“, sagt Kindle-Chef Ian Freed. Über die Gesamtzahl der verkauften E-Bücher schweigt Bezos eisern. Die Analysten-Schätzungen schwanken gewaltig: zwischen 375.000 und 750.000 Stück.

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