Apple: Das iPad im Praxistest - Unterhaltungsmaschine mit Schwächen

Apple: Das iPad im Praxistest - Unterhaltungsmaschine mit Schwächen

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

von Matthias Hohensee

Am Samstag startete der Verkauf des Apple iPad. Ende April soll sie auch in Deutschland erhältlich sein. Was das Besondere am iPad ist und welche Stärken und Schwächen es hat, hat WiWo-Redakteur Matthias Hohensee getestet.

Wenn Sie die vergangene Woche nicht gerade in der Abgeschiedenheit eines Klosters oder Sanatoriums bei einem Kurs gegen Reizüberflutung verbracht haben, dann wissen Sie es bereits. Der US-Unterhaltungselektronikkonzern Apple hat am Ostersamstag den Verkauf seines neues Flachcomputers iPad gestartet. Zunächst nur in den USA. Ende April soll die flache Flunder mit dem brillianten, mit den Fingern bedienbaren Display auch in Deutschland erhältlich sein. Dann nicht nur wie zur US-Premie ausschließlich mit Wlan, sondern auch das Modell mit integriertem Mobilfunkmodem. Über 300 000 der mindestens 500 Dollar teuren iPads hat Apple am Osterwochenende verkauft, nahezu ausnahmslos an Kunden, die das Gerät vorher nie in der Hand hatten.

Nach dem originären Macintosh Homecomputer von 1984, dem Musikabspielgerät iPod und dem Handy iPhone eine weitere historische Leistung von Apple-Gründer Steve Jobs, der in der US-Presse schon so verehrt wird, dass es an Personenkult grenzt. Apple ist nun an der Börse mehr wert als Google und setzt sogar schon in Richtung Microsoft an. Kaum zu glauben, dass Microsoft 1997 rund 150 Millionen Dollar in Apple investierte, um den Konkurrenten am Leben zu erhalten.

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Aber ist das iPad tatsächlich die nächste große Computerplattform dieses Jahrzehnts (New York Times)? Hat er Schwächen? Sollten Sie ein iPad kaufen?

Der Charme des iPad

Die Antwort auf all diese Fragen lautet ja. Ich habe mein iPad, die 32 Gigabyte-Variante mit Wlan, am Ostersamstag um zehn Uhr morgens beim US-Elektronikhändler Bestbuy erstanden. Und musste mich seitdem förmlich zwingen, es aus der Hand zu legen. Selbst ein Bekannter, der auf Linux schwört und Apple wegen deren geschlossener Systeme und seiner Meinung nach überzogenen Preise bokyottiert, konnte sich dem Charme von Jobs neuester Schöpfung nicht entziehen.

Schon einmal wollte Microsoft-Gründer Bill Gates im Januar 2001 Tablet-Computer im Markt etablieren. Man verlor nur schnell die Lust an ihnen, da man auf ihrem Display im Gegensatz zu herkömmlichen Laptops auf etwas unbequeme Art und Weise mit einem Spezialstift handschriftliche Notizen machen konnte. Vielmehr eigentlich nicht - und das zum dreifachen Preis. Ein Renner sind die Tablet-Pcs bis heute nicht.

Apple punktet mit Akku

Aufregung vor Verkaufsstart von Apples iPad Quelle: reuters

Ab Samstag morgen soll Apples iPad in den Läden verkauft werden. Es ist der größte Verkaufsstart des Unternehmens seit dem iPhone 2007.

Bild: reuters

Beim Multifunktionstalent iPad fühlt man sich hingegen wie in einem gut bestückten Spielwarenladen, in dessen Regalen es jede Menge zu Entdecken gibt. Man kann in Büchern versinken, ohne auf deren Illustrationen zu verzichten, Spiderman-Comis genießen, Spielfilme und Fernsehen schauen, einen Formel1-Wagen über die Rennstrecke schicken oder eine Metallkugel via Bewegungssensoren durch ein Labyrinth dirigieren, Scrabble spielen, in Magazinen oder Zeitschriften stöbern, mit dem Finger durch die Fotosammlung wischen oder im Internet surfen oder Emails abrufen und tippen. Und wenn all das nicht reicht, sich drahtlos im angeschlossenen Online-Store von Apple mit neuen Programmen oder Inhalten eindecken. In der Vergangenheit übertrieb Apple oft bei den angegebenen Akku-Laufzeiten. Trotz des Abpielens von mehreren Spielfilmen hielt das iPad statt der angegebenen 10 Stunden etwa eine Stunde länger durch. Sporadisch verlor er ab und an die Funkverbindung und musste neu eingebucht werden.

Ein Nachteil: Das Gerät ist zwar nur 680 Gramm schwer, aber beim längerem Lesen muss man es zwangsläufig in den Schoss legen. Dort die richtige Position und den optimalen Blickwinkel zu finden, ist gewöhnungsbedürftig. Das funktioniert beim wesentlich leichteren Buchlesegerät Kindle von Amazon besser.

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