Apple: Wahrheit aus der Wolke

Apple: Wahrheit aus der Wolke

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Apple-Vorstand Steve Jobs auf der Keynote im Juni 2011

von Matthias Hohensee

Apple-Chef Steve Jobs kappt mit dem kostenlosen iCloud Service die Nabelschnur zum Computer – und kurbelt gleichzeitig den Absatz seiner Produkte an.

Es kommt selten vor, dass Steve Jobs öffentlich Fehler einräumt. Am Montagmorgen, in seiner Eröffnungsrede zur weltweiten Entwicklerkonferenz in San Francisco,  streute der Apple-Chef Asche auf sein Haupt. "Sagen wir mal so, es war keine unserer Glanzleistungen", kritisierte Jobs den Apple Service Mobile Me, der für 79 Euro Jahresgebühr das Speichern von Kontakten, Terminen, Emails, Photos und Dokumenten im Internet erlaubt.

Im Sommer 2008 war Mobile Me mit den üblichen Superlativen ála Apple gestartet worden. Ab September wird der nun doch nicht so großartige Online-Service durch seinen Nachfolger iCloud ersetzt, der  kostenlos ist. iCloud koordiniert alle Geräte des Nutzers, egal ob iPhone, iPad, Mac oder PC. Werden Inhalte auf ihnen abgelegt oder verändert, wird das automatisch dem Cloud-Service mitgeteilt, der alle anderen Geräte entsprechend aktualisiert. Wird beispielsweise mit dem iPhone ein Foto geschossen, wird dieses in die Wolke geladen und von dort als sogenannter "Photostream" auf alle anderen Geräte verteilt.

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Beim Vorgänger Mobile Me musste hingegen der Nutzer festlegen, ob die jeweils aktuellsten Informationen im Internet oder auf der Festplatte des Computers vorlagen und entsprechend synchronisieren. Das sorgte für Irritationen. Im schlimmsten Fall wurden Kontakte oder Termine mit veralteten Informationen überschrieben.

Digitaler Hub

Damit soll es nun laut Jobs vorbei sein. "Die Wahrheit residiert in der Wolke", sagt der Apple-Chef. Gleichzeitig läutet er einen Kurswechsel ein. Denn bislang war bei Apple der Computer das Maß aller Dinge, der sogenannte „digitale Hub“ wie Jobs die Strategie vor zehn Jahren benannte. Er sollte alle Daten verwalten und koordinieren, assistiert durch das Internet.

Doch seit viele Apple-Kunden sich nicht nur einen, sondern gleich mehrere Computer anschafften, zuzüglich zu Smartphones, Apple TV und Tablet-PCs, funktionierte das Prinzip nicht mehr. Musikstücke etwa, die direkt übers iPhone gekauft wurden, mussten umständlich via zwischengeschalteten Computer mit anderen Geräten aktualisiert werden. Käufer von iPhone und iPads stellten ernüchtert fest, dass sie einen traditionellen Computer benötigten, um ihre nd taugte das iPad bislang nicht als Computerersatz.

Apple kappt die Nabelschnur

Nun wird die Nabelschnur zum Computer gekappt. Was Konkurrent Google jedoch schon lange vormacht. Dessen Android-Telefone und Tablets verzichteten vom Start weg auf den Computer als Brücke.

Was bei Android selbstverständlich ist, wird ab September nun auch für iPhone und iPad umgesetzt. Dann verlieren Apples iPhone und iPad ihren Status als Satellit des Computers, werden über das Internet freigeschaltet und mit der nötigen Software versorgt.

Der Kurswechsel ist nicht ohne Risiko für Apple. Denn lange Jahre war die Strategie, Windows-Nutzer mit Hilfe der Einstiegsdroge iPod und iPhone zum Umstieg auf Apple zu bewegen und ihnen Mac Notebooks oder Computer zu verkaufen.

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