AquaContour im Test: Mehr Zeit zur Muße für Gartenbesitzer

AquaContour im Test: Mehr Zeit zur Muße für Gartenbesitzer

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Der AquaContour von Gardena

Ein Rasensprenger, der sich die Form des Grüns merkt? Der AquaContour von Gardena löst das Versprechen ein, spart Wasser und verschafft Gartenbesitzern mehr Zeit zur Muße, findet WirtschaftsWoche-Redakteur Dieter Dürand.

Ein Garten ist besonders im Sommer etwas Feines – zum Faulenzen beispielsweise oder für den geselligen Grillabend mit Freunden. Wenn nur die lästigen Arbeiten nicht wären: Unkraut rupfen, Hecke stutzen, Blumen düngen. Und nicht jeder kann oder will sich einen Gärtner leisten oder sucht sportliche Ertüchtigung beim Rasenmähen. Kurzum: Für Erleichterungen sind die meisten Gartenbesitzer dankbar.

Ein neuartiger Rasensprenger – Hersteller Gardena hat sich dafür den Begriff Vielflächenregner ausgedacht – verspricht genau dies. Wer ihn besitzt, hat es nicht mehr nötig, mit dem Schlauch in der Hand den Rasen zu wässern, um ihn auch in trockenen Zeiten grün zu halten. Oder sich jede halbe Stunde aus dem Gartenstuhl zu stemmen und den Rasensprenger umzusetzen.

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Der AquaContour automatic, so wirbt Gardena, merkt sich die Kontur des Rasens und gießt auch zerklüftete Flächen genau. Denn wer legt seinen Rasen schon wie ein kleines Fußballfeld an? Gemütlich wird’s im deutschen Garten doch erst, wenn’s schön verwinkelt zugeht. Ein lauschiges Eckchen hier, ein hübsches Beet dort. Ein Sprenger, der nur Rechtecke begießen kann, ist da äußerst unpraktisch.

Von selber weiß der innovative Regner natürlich nicht, welches Flächenmuster er bewässern soll. Er muss erst programmiert werden. Oh weh, denke ich mir nach leidvollen Erfahrungen mit angeblich einfach einzurichtenden Telefonanlagen und Festplatten-Rekordern. Doch der Blick in die Bedienungsanleitung beruhigt: Sie umfasst nicht einmal acht Seiten, was für ein leichtes Spiel spricht. Frohen Mutes will ich loslegen – und ärgere mich schon im nächsten Moment maßlos. Für die Elektronik des Geräts hat der Hersteller keine Batterien mitgeliefert. Heißt: Sonderfahrt zum Supermarkt – und das bei den Benzinpreisen.

Düsen einzeln programmieren

Von nun an geht’s ziemlich schnell. Zunächst sucht man einen Platz, von dem aus der Sprenger die gesamte gewünschte Fläche erreicht, ohne etwa durch Bäume gestört zu werden. Dort wird er auf einem schmalen Plastiksteg verankert. Schlauch anschließen, Wasser aufdrehen und dann mit zwei kleinen Hebel die äußeren Begrenzungen des Beregnungssektors einstellen. Möglich sind Radien von 25 bis 360 Grad.

Danach wird die Wurfweite der Düsen für jeden Abschnitt einzeln programmiert. Sie reicht von 2,5 bis 11 Meter; die Elektronik fährt den Wasserdruck entsprechend hoch oder runter. Nun gilt es den Düsenkopf per Hand auf die nächste Sektorgrenze zu fixieren, über die Plus- und Minustasten die Reichweite der Beregnung einzustellen und mit der OK-Taste zu bestätigen. Eine grüne Diode leuchtet auf – wenn man alles richtig gemacht hat. Bis zu 50 Kontur-Punkte an zwei Standorten können gespeichert werden. Sie reichen im Idealfall aus, um einen bis zu 380 Quadratmeter großen Rasen zu bewässern. In zehn Minuten sollte alles erledigt sein. Stellt man beim Probelauf allerdings fest, dass der Regner doch noch den halben Fußweg hinter dem Rasen mitbewässert, muss die gesamte Kontur neu programmiert werden. Das nervt.

Doch am Ende lohnt sich der Aufwand. Ich brauche nurmehr den Wasserhahn aufdrehen und weiß: eine Stunde später ist mein Rasen perfekt gegossen. Die exakte Beregnung schont die Wasserkasse und spart Arbeit. Die Bequemlichkeit hat allerdings ihren Preis. Mit 150 Euro kostet der AquaContour deutlich mehr als ein normaler Rasensprenger. Will man ihn nach getaner Arbeit im Rasen versenken, sind sogar 200 Euro fällig. Das Gerät muss nach Gebrauch nicht abgebaut werden: Eine schmutzunempfindliche Folientastatur, die als Bedienfeld dient, trotzt jeder Witterung. Ein Problem aber bleibt: Weht ein Lüftchen, landet das Wasser ganz woanders als programmiert. Ein Windsensor könnte hier helfen – vielleicht meistern die Ingenieure ja auch noch diese Herausforderung.

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