Aston Martin Rapide: James-Bond-Flitzer für die ganze Familie

Aston Martin Rapide: James-Bond-Flitzer für die ganze Familie

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Bernd Schneider

Mit dem Rapide bietet Aston Martin eine familienfreundliche Version des James-Bond-Dienstwagens an. Tourenwagen-Ass Bernd Schneider hat ihn für uns getestet.

James Bond hat nie geheiratet oder gar Kinder gezeugt. Insofern stellte sich für den bekannten Geheimagenten auch nie die Frage, wie sich in seinem Einsatzfahrzeug Getränkekisten oder gar Kinderwagen transportieren lassen. Ulrich Bez, der seit einigen Jahren die Geschäfte seines Dienstwagenlieferanten Aston Martin führt, hat jedoch Vorsorge getroffen: Seit Kurzem hat der britische Autohersteller für Geheimagenten oder andere elitäre Zeitgenossen mit Anhang auch einen familientauglichen Sportwagen im Programm, mit vier Türen und vier Sitzen sowie einem geräumigen Kofferraum. Aber ist der Rapide tatsächlich ein „praktisches Familienauto“, wie die Werbebroschüre behauptet? Zusammen mit dem Rennfahrer Bernd Schneider fuhren wir das neue Auto im Schwäbischen Probe.

Schein & Sein

Der neue Aston Martin Rapide

Der neue Aston Martin Rapide

Die Marketingleute von Aston Martin nehmen auch sonst den Mund ganz schön voll. Der Rapide sei „the world’s most elegant four-door sports car“, schreiben die in ihrer Werbebroschüre. „Die Designer“, findet Schneider, „haben gute Arbeit geleistet und ein wohlproportioniertes Auto entworfen, das meiner Frau gefallen könnte: Das knackige Heck, die coupéhafte Seitenlinie und die Front mit den ausdrucksstarken Scheinwerfern ziehen die Blicke auf sich. Der Innenraum, ausgekleidet mit dem Leder von zehn Kuhhäuten, sieht ebenfalls ausgesprochen edel aus – auch wenn ich mich frage, welche Farbe das weiße Leder unseres Testwagens nach einem Jahr Alltagsbetrieb haben würde“, ergänzt Schneider mit einem Lächeln.

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Seine Kinder hätten sicher viel Spaß mit dem DVD-Player und den Monitoren vor ihnen in den Kopfstützen der Vordersitze. Leider verfügt der Rapide nur über vier Einzelsitze: „Eine meiner Töchter müsste dann wohl zu Hause bleiben.“ Für Urlaubsfahrten mit der Familie reicht der Rapide ohnehin nicht – der Kofferraum ist knapp bemessen. „Mein C-Klasse-Kombi von AMG schluckt mehr.“

Trotz des teuren Unterhaltungssystems, des tollen Klangs der Soundanlage von Bang&Olufsen und eines gut dosierbaren Klimasystems dürften sich groß gewachsene Menschen nur auf kurzen Strecken wohlfühlen. Aber das ist bei dem fünffachen DTM-Meister nicht der Fall. Hinzu kommt: Trotz eines ausgeklügelten Scharniersystems, das die hinteren Türen elegant nach oben schwingen lässt, wenn am illuminierten Türgriff gezogen wird, ist das Einfädeln in den Fond eine Gymnastikübung. Sportler können damit leben.

Saus & Braus

Der Rapide versteht sich als Gesamtkunstwerk. Dementsprechend ist auch der Zündschlüssel nicht irgendein schwarzes Plastikteil, sondern elitär aus Glas geschliffen. Ein Ersatz-Kristall kostet 1800 Euro. Entsprechend vorsichtig schiebt Bernd Schneider den gläsernen Schlüssel in den dafür vorgesehenen Schacht im Armaturenbrett, um den Motor zu starten. Mit lautem Brüllen erwacht der Zwölfzylinder zum Leben – um sich zwei Sekunden später wieder zu beruhigen.

Elektronisch gesteuerte Klappen im Abgasstrang sorgen dafür, dass der Kampfruf grollend verhallt. Aber auch danach bleibt das Klangbild sportlich, wunderbar satt grummelnd setzt sich der Rapide nach dem Einlegen des Vorwärtsgangs über die Drucktaste D (Wählstock war gestern) in Bewegung. Schneider drückt die Sporttaste und gibt kräftig Gas: Ruck, zuck sind 100 Kilometer pro Stunde erreicht, und nach oben scheint noch viel Luft. Also nichts wie rauf auf die nächste Autobahn.

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