Atomkraftwerke: Nach Krümmel geht auch Biblis vorerst nicht ans Netz

Atomkraftwerke: Nach Krümmel geht auch Biblis vorerst nicht ans Netz

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Das Atomkraftwerk Biblis B bleibt vorerst aus Sicherheitsgruenden vom Netz

Nach den Pannen beim Atomkraftwerk Krümmel wird nun auch der Reaktor Biblis B vorerst vom Netz bleiben. Erst nach einer Nachrüstung will das hessische Umweltministerium das Wiederanfahren des Meilers genehmigen.

Der Betreiber RWE nannte dies eine freiwillige Maßnahme, die aus Sicherheitsgründen nicht notwendig gewesen wäre. "Wir wollen vermeiden, dass das Thema politisch missbraucht wird", erklärte das Unternehmen. Der Neustart verzögere sich nun um einige Wochen. Eigentlich hätte Biblis an diesem Wochenende nach einer sechsmonatigen Revision wieder in Betrieb gehen sollen.

Unmittelbar vor der Entscheidung hatte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) mit einem Einschreiten gedroht, sollte Hessen den Reaktor ohne Nachrüstung laufen lassen. Nach den Pannen beim Wiederanfahren des Reaktors Krümmel bei Hamburg von Vattenfall sei es im Eigeninteresse von RWE, jetzt nicht das gleiche Problem noch einmal heraufzubeschwören, sagte der Minister. Der Bund habe bereits im Februar die Atomaufsicht in Hessen darauf hingewiesen, dass im Falle eines Kühlmittelverlusts Vorrichtungen nach dem Stand von Wissenschaft und Technik nachgerüstet werden sollten. Dabei geht es um sogenannte Sumpfsiebe, die ein Eindringen etwa von Metallteilen in das Wassersystem des Reaktors verhindern sollen.

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Mit den Pannen in Krümmel, das bereits vor zwei Jahren durch einen Transformatoren-Brand stillgelegt wurde, war die Atomkraft ins Zentrum des aufziehenden Bundestagswahlkampf gerückt. Die SPD kämpft seit längerem gegen Pläne der Union, die Laufzeiten für ältere Reaktoren zu verlängern und damit den Atom-Ausstiegsbeschluss zu kippen. Gabriel hatte dagegen Vorschläge vorgelegt, den Krümmel und sieben ältere Reaktoren im Laufe der nächsten Wahlperiode abzuschalten. Dazu gehören auch die beiden Kraftwerksblöcke Biblis A und B.

Mit den Problemen in Krümmel waren aber auch Unionspolitiker auf Distanz zu Betreibern wie Vattenfall gegangen. So hatte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) kritisiert, solche Versorger schadeten mit ihrem Verhalten unfreiwillig selbst der Atomkraft.

Erneut Salzlauge im Atomlager Asse ausgetreten

Unterdessen trat im maroden Atommüllendlager Asse bei Wolfenbüttel erneut radioaktive Salzlauge aus. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) teilte am Mittwoch mit, bei einem Kontrollgang in der Schachtanlage seien an zwei Stellen mit Cäsium und Tritium verschmutze Laugen entdeckt worden. Die Konzentration sei aber unterhalb von Grenzwerten, die eine Gefahr für Menschen bedeuten würden.

In dem zum Endlager umfunktionierten früheren Salzbergwerk lagern unter anderem rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus den 1970er Jahren. Weil Wasser eindringt, ist das Bergwerk einsturzgefährdet.

Einer Forsa-Umfrage zufolge plädiert derzeit jeder zweite Bundesbürger dafür, aus der Atomenergie wie im Atomkonsens vorgesehen bis 2021 auszusteigen. 44 Prozent wollten dagegen, dass die Atomkraftwerke länger als geplant laufen, ergab die Umfrage. Trotz der erneuten Störfälle im AKW Krümmel hat das Thema für zwei Drittel der Befragten jedoch keine große Bedeutung für ihre Entscheidung bei der Bundestagswahl im September. Dagegen spielt für 29 Prozent die Atomkraft eine große oder sehr große Rolle bei ihrem Votum für eine Partei.

Biblis Mitte September wieder am Netz

Inwischen hat RWE bekannt gegeben, dass der Energiekonzern will das Atomkraftwerk Biblis B Mitte September wieder hochfahren will. Auf einer Internetseite des Konzerns zu Kraftwerksausfällen gab RWE das Ende der laufenden Revision für die Zeit vom 11. bis 13. September an.

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