Atommüll: Schweizer Brennstäbe schüren Angst in Deutschland - Seite 2

Atommüll: Schweizer Brennstäbe schüren Angst in Deutschland

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Solange braucht es auch, um die Reste der eidgenössischen Brennelemente so nah im atomaren Angstland Nummer eins, der Bundesrepublik Deutschland, abklingen zu lassen. So wirkt das Gestein Opalinuston sogar beruhigend. Doch wehe: Vor dreihundert Millionen Jahren hat sich auch die afrikanische Platte quer durch das Mittelmeer, in Richtung Europa verschoben. Der Gesteinsstau, der dabei entstand, drückte ein gewaltiges Steinmassiv in die Höhe - was wir heute Alpen nennen. Geologie-Historiker sehen einem erneuten Druck der afrikanischen Platte, diesmal auf die Opalinsuton-Schichten unter dem Züricher Weinland, mit einer gewissen Sorge entgegen.

Doch halt, dies ist kein Anlass für Ironie. Dafür ist das Thema zu ernst. Die Schweizer Bundesregierung nimmt mehr Rücksicht, was das Endlager betrifft, auf die Deutschen, als diese auf die Schweizer, was die Geheimnisse um die Nummernkonten betrifft. Das "Atomklo vom Hochrhein", wie Axel Mayer, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt- und Naturschutz, das geplante Endlager jetzt schon tituliert, soll mit der deutschen Politik, mit deutschen Kommunen abestimmt werden. Das wird sicher schwer.

Am Mittwoch, den 24. Februar lädt der Schweizerische Botschafter Christian Blickenstorfer in seine Botschaft in Berlin zu einer besonderen Informationsveranstaltung ein. Das Symposion trägt den Titel "Geologische Tiefenlager in der Schweiz: Welche Mitwirkungsmöglichkeiten am Auswahlverfahren hat Deutschland?" Die Veranstaltung trägt in der roten-weißen Einladungskarte die Dachzeile "Partner im Dialag". Wir sind also noch Partner - trotz Steueraffäre und dem mutmaßlichen Hehlertum der Bundesregierung.

"Mögliche Tiefenlager für radioaktive Abfälle in der Schweiz befinden sich in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland. Aus diesem Grund räumt die Schweiz der deutschen Seite verschiedene Mitwirkungsmöglichkeiten am Standortauswahlverfahren ein", heißt es in der Einladung. Das klingt versöhnlich, und nicht vergrätzt durch die deutsche Steuer-Affäre.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.02.2010, 15:56 UhrAnonymer Benutzer: Seeler

    ist Strom aus Kernenergie nicht unmoralisch?

    Wer die Erderwärmung begrenzen will, muß Atomkraftwerke abschalten, auch weil sie via Kühlwasser Flüsse und Umgebung aufheizen und selbst im sogenannten Normalbetrieb Radioaktivität emittieren (das heißt: abstrahlen).

    Die Atomwirtschaft ist eine branche, bei der trotz Privatisierung in realsozialistischer Manier immer noch der Staat haftet, falls etwas schief geht. Sie steht völlig ungerechtfertigt im Ruf, billigen Strom zu produzieren. Die externen Kostenfaktoren bei der Erzeugung von Kernkraftstrom hat, unter Helmut Kohl, das damalige bundeswirtschaftsministerium 1992 durch die renommierte baseler PROGNOS AG berechnen lassen. Diese Studie der PROGNOS AG trägt den Titel: "identifizierung und internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung." Aus ihr geht hervor, daß bei berücksichtigung der externen Gesamtkosten der wirkliche für die deutsche Volkswirtschaft entstehende Preis einer Kilowattstunde Kernkraftstrom schon damals circa 4 DM betragen hat. Das wären heute circa 2 €. Die günstigen Produktionskosten für Ökostrom betragen bei Windkraftstrom 0,06 Euro pro Kilowattstunde. Der Höchstpreis für solaren Ökostrom beträgt inklusive 19 % Mehrwertsteuer aktuell 0,68 Euro. Wenn aber der Kernkraftstrom mindestens doppelt so viel kostet wie die erneuerbaren Energien, warum, in Himmels Namen, sollen wir uns dann diese ganze entsetzliche Umweltproblematik (Tschernobyl!) der Kernenergie weiterhin "ans bein binden"?!

    Quelle:
    http://merky.de/076063

  • 03.02.2010, 20:04 UhrAnonymer Benutzer: Allewetter

    Wenn man diesen Artikel nicht nur überfliegt, fragt man sich, was der Autor eigentlich mitteilen will. Geht es um das schweizer Endlager, dessen Details der Autor recht dilletantisch zu beschreiben versucht, oder um den möglichen Kauf der CD, mit deren Hilfe Deutschland einen ganz kleinen Teil der von Schweizer Hehlern abgesaugten Steuern zurückerlangen will ?

  • 03.02.2010, 11:24 UhrAnonymer Benutzer: Schwabe

    Finde ich richtig. Das Auswahlkriterium für ein Endlager muss die maximale Sicherheit sein, und nicht der minimale Protest. So klein wie die Schweiz ist, würde sich immer ein Nachbarland beschweren. Übrigens liegt der Ort in der Nordschweiz, und das atomare Angstland Nr. 1 ist Österreich...

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