AT&T-Labore: Technik für die Kommunikation von morgen

AT&T-Labore: Technik für die Kommunikation von morgen

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AT&T: US-Telefongigant

Der Telefongigant AT&T entwickelt Technologien für die Kommunikation von morgen. Ein Blick in die streng bewachten US-Labors.

Tief unter der Erde, in einer Halle so groß wie ein Fußballfeld, laufen die Nervenbahnen der amerikanischen Kommunikationsindustrie zusammen. Unter den grünen Wiesen und Hügeln des idyllischen Städtchens Bedminster, eine Autostunde von New York City entfernt, befindet sich die streng bewachte Netzwerk-Kontrollzentrale von AT&T, das Nervenzentrum der größten Telefongesellschaft der Welt.

Hier werden Verbindungsdaten analysiert und Datenströme gesteuert. Die Anlage erinnert an eine militärische Kommandobrücke und ist die modernste ihrer Art. Manager und Minister aus aller Welt pilgern deshalb regelmäßig nach Bedminster.

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Die breite Öffentlichkeit hingegen erhält nur selten Einblick in das Innerste des amerikanischen Telefongiganten. Jetzt aber gewährten Manager und Forscher der WirtschaftsWoche erstmals Einblicke in ihre strategisch wichtigen Zukunftstechnologien. Sie zeigten, wie AT&T sein Netz steuert, wie das Unternehmen auf Krisen reagiert und – vor allem – wie sich der Telefonkonzern für die Kommunikationstrends der Zukunft rüstet.

Das Netzwerk-Kontrollzentrum dominiert eine mehr als zehn Meter breite Leinwand. Hier erstrahlen Dutzende Diagramme mit bunten Linien auf Karten der USA und der Welt, daneben das aktuelle Programm von Nachrichtensendern. Ingenieure überwachen rund um die Uhr 100 Millionen Telefonanschlüsse in den USA, von Behörden, Unternehmen und Bürgern. Kommt es zu Engpässen, können sie sofort eingreifen und die Datenströme umleiten.

Ein Schaubild zeigt die Intensität des prognostizierten Telefonverkehrs. Gegen acht Uhr abends steigt die Kurve steil an: Die Casting-Show „America’s got talent“ startet, und über eine Million Menschen greifen zum Telefon, um für ihren Favoriten zu stimmen. „Heute ist alles ruhig“, sagt AT&T-Manager Steve Moser. Dann greift er zum Laptop neben sich – und startet per Tastendruck eine dramatische Zeitreise.

Moser ruft die Daten des 11. September 2001 ab. Schlagartig ist es mit der Ruhe vorbei. Blitzschnell bewegen sich auf einer USA-Karte dicke rote Linien auf New York zu – das Symbol für Millionen von Anrufen in die Ostküsten-Metropole.

Ein Teil der Leinwand zeigt die Flut der Telefongespräche, kurz nachdem der erste Terror-Jet in das World Trade Center gerast war. Wenig später ziehen sich dichte rote Netze über die gesamte Karte. Die Nachricht verbreitet sich über das gesamte Land. Das Telefonnetz ächzt unter der Last der Anrufe, aber es bricht nicht zusammen.

Ein stabiles Netz zu betreiben wird für Telekommunikationsunternehmen wie AT&T in Zukunft allerdings nicht mehr ausreichen. Der Datenverkehr in aller Welt steigt immens, weil immer mehr Nutzer Videodienste wie YouTube nutzen oder auf Plattformen wie Facebook Tausende Fotos hochladen – kostenlos.

Das bereitet Kommunikationskonzernen in aller Welt einiges Kopfzerbrechen. „Der Datenverkehr in unserem Netz wächst jährlich um 60 Prozent, aber unser Umsatz nicht“, sagt John Donovan.

Der 46-jährige Silicon-Valley-Veteran wurde von AT&T-Chef Randall Stephenson persönlich angeheuert, um Antworten auf die Frage zu finden, wie Telekommunikationskonzerne im Internet mehr Geld verdienen können, ohne bestehende Kunden zu vergrätzen. Einen Ansatz, verbrauchsabhängige Tarife, testet AT&T derzeit in Nevada.

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